Montag, 18. Januar 2010

Roadtrip California / 6.Tag

Nein, viel zu früh! Das geht ja garnicht. Warum muss der auch so früh zum Flughafen. Grad mal 1,5 Std. geschlafen. Gott sei Dank braucht er so lang im Bad. So hab ich noch 30 min bis es losgeht.

Die Fahrt zum Flughafen ist unspektakulär. Man fährt auf einer breiten Straße die ganze Zeit durch eine riesige Stadt die einfach nicht aufhören will. 

Der Drop-off am Flughafen war einfach. Es ist ja beschriftet wo welche Airline wegfliegt. Haha! Ja klar! Naja ich bin trotzdem fündig geworden. 

Der Weg hin zu Flughafen war einfach, zurück hatte ich anfangs meine Schwierigkeiten, doch nur kurz. Nach gut einer Stunde war ich wieder im Bett. Dass muss man sich mal vorstellen. 30min Fahrtzeit und das ohne Stau. Wobei die wir direkt am Flughafen gewohnt haben. Die Stadt ist mir viel zu groß.

Ich konnte dann noch ein paar Stunden schlafen, bevor es zum Sightseeing-Trip los ging. Auf dem Programm standen der Hollywood Blv, der Walk of Fame, das Hollywood-Schild und etwas von Beverly-Hills und Bel-Air. Volles Programm möchte man meinen.

Doch davor gab es das Problem des Frühstücks zu lösen. Wer München kennt weiß was es heißt in einer Stadt mit 1,5 Mio Einwohnern zu leben und Auto zu fahren. Doch in LA ist das Anders. Hier sind es über 12 Mio Einwohner auf eine gewaltig Fläche. Man weiß nicht wo die Stadt anfängt oder aufhört. Geschweige denn wo man vernünftig Frühstücken kann. 

Am Hollywood Blv angekommen, gab es die Lösung. Donuts, Kaffee und Orangensaft. Das muss erstmal reichen. Das Auto wurde auf einen Parkplatz für $8 geparkt. Im Vergleich zu SF ein wahres Schnäppchen.

Na dann ab auf den Walk of Fame. Der Walk of Fame. Hmm eine Gehsteig mit eingelassenen Fliesen mit Sternen auf denen Namen stehen. Oder der wohl berühmteste Gehsteig der Welt, auf dem die Stars Hollywood in die Analen eingehen und sich verewigen ließen.

Woran erkennt man jetzt einen Touristen auf dem Walk of Fame. Er ist bestimmt kein Hans guck in die Luft. Weil jeder schaut nur auf den Boden und man kann froh sein, dass man die  Fussgänger-Ampel nicht übersieht vor lauter auf den Boden schaun. Wir sind den Walk of Fame dann das zweite mal gegangen, damit man auch was von den Schaufenstern mitbekommt. 

Sonst war ich von dem Gehsteig wenig beeindruckt. Viele Schauspieler kenn ich nicht, wobei es ja auch Musiker gibt, die einen Stern haben. Z.B. Ricky Martin wofür er den bekommen hat, ist mir jedoch ein Rätsel.

Toll waren das Chinese Theater und das Kodak Theater. Die sieht man immer bei den Verleihungen, wie z.B. den Oscars. Aber fotegen ist da überhaupt nichts.

Es wimmelte von Touristen und so komischen Leuten, die einem eine Rundfahrt anbieten, wo man dann die ganzen Star und Sternchen abklappert. Sprich man fährt von Gartentor zu Gartentor und hört dann, da wohnt Tom Cruise und hier wohnt Cameron Diaz. Spannend und jeder fotografiert dann die Einfahrt. 

Wir wollten dann doch eher auf eigene Faust etwas unternehmen und machten uns auf den Weg in Richtung Hollywood-Zeichen. War nicht so leicht da hinzufinden. Und so richtig gefunden haben wir es auch nicht, aber wir sind zu einem Park gekommen wo man schön hinsieht. Zwar haben wir das erst im zweiten Anlauf geschafft, aber die Aussicht hat sich gelohnt.

Zum Abschluss des Tages ging es dann noch durch Beverly Hills und das Villenviertel. Unglaublich was da für Häuser stehen. Wo haben die nur das Geld dafür her. Ein Haus schöner als das Andere, riesige Anwesen, wunderschöne Gärten. Schon beindruckend.

Da LA an sich nicht sehr viel zu bieten hatte, ich mein natürlich gibt es da schon das ein oder andere, aber berauschend ist es nicht, haben wir beschlossen den Trip zu erweitern und nach San Diego weiterzufahren. Die Details haben wir dann bei einem entpannten Abendessen besprochen. Da es nur 120Meilen sind ist es echt ein Katzensprung.

Trotz des Geh-Intensiven Tages, war ich nach dem Essen noch an einem Verdauungsspaziergang interessiert. Vorallem da es mir Santa Monica angetan hat und mir dieser Stadtteil seinen Reiz hatte. Chris, Heike und ich sind dann noch etwas rumspaziert. Debby bevorzugte es im Zimmer zu bleiben und surfte im Web und chattet mit Ihrem Freund. Jedem wie er's mag.

Toll ist auch der Santa Monica Pier mit seinem Riesenrad, der Achterbahn und den Restaurants. Er gilt auch als offizielles Ende der Route 66 und war auch im Film Forst Gump zu sehen. Die Angenehme Brise vom Meer und die lauen Temperaturen machten es einem nicht leicht, wenn man an Vancouver und den Regen denkt, heimzufliegen. 

Dienstag, 12. Januar 2010

Roadtrip California / 5.Tag

Eine herrliche Nacht. Nachdem drinne jeder schlecht geschlafen hat und sich gewundert hat wie man nur auf ner dünnen Isomatte schlafen kann, bin ich froh, dass ich es gemacht hab. Jeder hat sich über den anderen beschwert, dass er schnarcht und dass es viel zu heiß oder zu kalt war. 

Ich hingegen, war richtig gut drauf. Jede Menge Sternschnuppen, das Rauschen der Wellen, die Mond und das Vogelgezwitscher. Ist zwar etwas spartanisch gewesen, aber ist ja im Kletter-Camping-Urlaub nichts anderes.

Das Frühstück war leider genauso teuer wie das Abendessen. Doch so ein Egg Benedikt hat schon was. Auch wenn es etwas dekadent wirken mag.

Das Wetter war wie es sich für Kalifornien gehört Sonne pur. Einzig der Nebel vom Meer war faszinierend. Innerhalb von wenigen Augenblicken hat er die Küste eingehüllt, wie ein Standsturm kam die Wand aus Nebel auf uns zu und alles war gelblich/weiß und gleich danach war er weg. Wie Wellen am Strand so war der Nebel.

Da Ben als einziger früher Heim musste war es wichtig, dass wir am Abend in LA sind. Doch das war kein Problem denn es waren nur noch 325Meilen Küsten Straße die wir zurücklegen mussten :-P

Selbstverständlich standen auch heute wieder Strände auf dem Progamm. Könnte ja sein, dass die hier anders aussehen. Ausnahmsweise war das auch der Fall. Denn hier lagen gewaltige See-Elefanten-Kolonien an den Stränden und zwar so dass man hingehen konnte, um sie zu fotografieren.


Riesige Viecher, die nur da lagen und schliefen oder komische Geräusche machten bevor sie plötzlich ihre Territorium untereinander verteidigten. Beindruckend.

Die weitere Fahrt verlief problemlos. Wir verbrachten so ziemlich den ganzen Tag im Auto. Was irgendwie jeden genervt hat. Heike war die Fahrerin. Mittlerweile hab ich den Deppensitz Chris geerbt, der auch nur geschlafen hat. Für was anderes war der Platz auch nicht gut.

Auf Bitte von Chris sind wir nach Santa Barbara gefahren. Eine echt kleine und feine Stadt vor LA. Dort wohnen auch die ganz Armen. Der Flair der Stadt war gemütlich und etwas verschlafen. Auch merkt man langsam diesen Surfer / Hang Loose Charakter. Alles scheint so easy und nur keinen Stress Flair zu bekommen.

Es wurde schon dunkel, als ich, wieder hinter Steuer, nach LA hineinfuhr. Es scheint, dass ich immer die Ehre hab in die Großstädte hineinzufahren. Wieder 8 spurig versteht sich. Mittlerweile aber schon dunkel. Welch eine Gaudi. 

Da Ben so viel Sehenswürdigkeiten mitnehmen wollte wie Möglich bevor er morgen wieder zurückfliegen muss. Sind wir mit dem Auto die großen Straßen abgefahren wo es was zu sehen gibt. Beverly Hills, Rodeo Drive, Hollywood Blv, Sunset Blv und Santa Monica Blv. Naja viel zu sehen war nicht. LA hat auch keinen guten Eindruck auf mich gemacht. Die Stadt ist zu groß.

Unser Nachtlager haben wir in Santa Monica aufgeschalgen. Ein kleines Motel unweit vom Santa Monica Pier, dem Ende der Route 66, war unsere Bleibe. Nichts berauschendes, aber na genug am Flughafen und zentral um in die Stadt fahren zu können. 

Ein kleiner Spaziergang durch Santa Monica und die Fußgängerzone machte einen ganz anderen Eindruck von LA. Es ist überschaubar. Man kennt sich. 

Der Wecker war schon gestellt. Ich hab mich bereit erklärt Ben zum Flughafen zu fahren. Um 4:00 gehts los. nur Blöd dass wir erst um 2:00 ins Bett gegangen sind.


Roadtrip California / 4.Tag


Heute hieß es früh aufstehen, denn wir hatten zum ersten Mal einen festen Termin und der hieß Alcatraz. Unsere Tour startet um 10:00Uhr und man sollte 30min vorher da sein. Plus Frühstück, packen, Auto holen, umparken und und und.

War aber dann alles ganz easy. Nur blöd, dass wir für das Parken doppelt bezahlen mussten, bzw. den Stellplatz nicht voll nutzen konnten. Shit happens. 

Wenigstens waren wir pünktlich. Und das war gut so. Keine Ahnung wie viele Leute auf das Schiff passen aber mindestens 200 Leute schon. Das tolle an den USA ist, die sind Weltmeister im Schlangestehen. Da gibt es Absperrbänder ohne Ende und du denkst dir: Ach halb so wild. So lang ist die Schlange eh nicht. Aber dann siehst du die Bänder und Kordeln und läufst im Zick Zack für ne Stunde.

Alcatraz selbst ist ca. 30min mit dem Boot entfernt. Eine Festung im 10 Grad kalten Wasser. Hat was beeindruckendes je näher man kommt. Die Insel selbst ist mittlerweile kein Gefängnis mehr und wurde in den 70ern in die lange Reihe der US Nationalparks aufgenommen. 

Man merkt schon die Leute die diese Touren anbieten sind Profis. Man wird schnell durch alles geschleust und bekommt 3 Möglichkeiten die Insel zuerfahren.

Die angenehmste ist die mit dem kostenlosen Audioguide und einer festen Route. Man kann mehr oder weniger seinen eigenen Rythmus gehen und sieht alles.

Natürlich hatte ich mal wieder das Glück des Deppen. Bei der Ausgabe der Audioguides muss man danach ein paar Meter gehen bis man das Teil startet und man die Tour beginnen kann. Und da war es natürlich schon zu spät. Mein tolles Stere Headset war ein blödes Mono Headset, weil ein Kopfhörer kaputt war. Ich musste dann alle paar Minuten den Kopfhörer drehen, weil das eine Ohr schon heiß gelaufen war. War mal wieder typisch.

Das Gefängnis an sich hatte eine ganz besondere Atmosphere, die auch von den unzähligen Touristen nicht zerstört werden konnte. Man wurde durch die Zellen geführt, sah wo ein blutiger Aufstand verübt wurde, die Einschlaglöcher von Granaten und stand dort wo jemand ermordet wurde. 

Die Gänsehaut, die einem über den Rücken läuft, wenn man in einer Zeller in der Isolationshaft steht und die Geschichten dazu im Ohr, waren doch sehr stark. Man wurde quer durchs Gefängnis geführt, Speisesaal, Bücherei, Verwaltung etc.

Nach unserem Besuch auf Alcatraz war es nun an der Zeit SF zu verlassen und uns in Richtung Süden aufzumachen. 

Doch ich wollte bevor es so richtig los geht noch einen kleinen Stop einlegen. Und zwar in Palo Alto. Stanford University. Ich wollt mal sehen was es mit dieser Uni mit dieser Kaderschmiede so auf sich hat. Jeder der studiert kennt Stanford, der Ruf eilt der Uni voraus.

Der Campus ist rießig. Allein der Park vor der Uni ist schon gewaltig. Eine Allee gesäumt von Palmen geht direkt auf den Haupteingang zu. Das Campus gelände ist sehr groß und architektonisch interessant. Es ist alles aus Sandstein und sieht aus als wäre is viel hundert jahre alt, doch das mit uralt ist in den USA so ne Sache.

Nach dieser geistig wertvollen Pause ginge es dann endlich los. Diesmal hat Chris das Steuer übernommen. Und ich bin auf dem Arschlochsitz gehockt. So eigentlich kein Stress, doch die Fahreweise war ruckartig und plötzlich, so dass Spurwechsel nicht fließend und Kurven ruppig waren. Das wurde Ihm, dann auch im Laufe des Tages von Heike und Ben gesagt. Das hatte zur Folge, dass er sich nicht mehr hinters Steuer saß. Mir wurde immer schlechter hinten im Auto, so dass ich dann irgendwann auf dieser Küstenstraße das einzig vernünftige gemacht hab. Nein, ich habe nicht in die Seitenverkleidung gekotz. Ich hab versucht zu schlafen, was auch funktioniert hat.

Doch davor war es echt anstrengend. Jeder hatte Hunger, musste aufs Klo und Debby wollte bei jedem Sandstrand stehen bleiben. Aber kennste einen kennste alle Strände. 

Ich war um jede Pause froh die ich kriegen konnte. Langsam wurde es dunkel und die Streck blieb kurvig wie sau. Landschaftlich wunderschön, doch kurvig und wir hatten noch keine Unterkunft, bzw. jede war irgendwie zu teuer.

Weit nach Anbruch der Dunkelheit sind wir endlich fündig geworden. Mitten in der Region Big Sur, ein Küstenteil, weit ab von jeglicher Zivilisation, ohne Handyempfang und Internet, sind wir in einem kleinen und feinen Hotel untergekommen. Leider war das Essen dort nicht so billig. Klar Angebot und Nachfrage und schnell hat man ein Monopol. So war das essen dann fast so teuer wie die Übernachtung.

Anfangs wurde ich noch ausgelacht, weil ich Isomatte und Schlafsack dabei hatte, doch da es nur 4 Bettzimmer gab, war ich echt froh um das Zeug.

Und da es im dem Zimmer heiß war und jeder schnarchte, war ich ziemlich schnell mit meinem Zeug draussen auf der Terrasse unter Kalifornischen Himmel und konnte die Sterne, den Mond und über ein Dutzend Sternschnuppen zählen.

Eine perfekte Nacht draussen und der Schalfsack hat mal wieder bewiesen, dass er hält was er versprochen hat. Yeti sei Dank!


Montag, 11. Januar 2010

Roadtrip California / 3.Tag

Immer dieses saublöde Amerikanische Busdweiser. Da kanns einem ja nur schlecht gehen am nächsten Tag. Nicht dass ich jetzt einen Hangover hätte, aber so recht wohl fühle ich micht nicht. 

Es ist schon halb 12 und langsam stehen auch die anderen auf. Ich such mir erstmal einen Starbucks für einen Kaffee und finde eine kleine deutsche Bäckerei, die aber die Preise einer Apotheke hat. 2 Plunderstücke für 10$!!! Was ist denn mit euch kaputt. Leider hab ich es viel zu spät kapiert, dafür hat das Zeug gut gemeckt. Pro Bissen 1$. Da muss man es sich ja schmecken lassen.

Heute standen eigentlich die Redwood Trees auf dem Programm.

Doch bis wir uns erstmal in dieser Richtung bewegen konnten, war es nötig den Weg aus der Stadt zu finden. Vorbei an all den Dingen die wir gestern zu Fuss besichtigt hatten, sind wir diesmal mit dem Auto vorbeigefahren.

Als wir auf dem Weg waren, stellten wir fest, dass die Distanzen doch weiter sind als angenommen. So dass wir unvollrichteter Dinge wieder umgekehrt sind. Das schöne an der Sache ist, wenn man sich diese Bäume anschaun will muss man über die Golden Gate Bridge fahren, was an sich schon ein Erlebnis ist. Sprich auch der Rückweg führt uns über besagte Brücke. 

Insofern stand einem kleinen Fotoshooting nichts im Wege. Das Wetter hatte sich stabilisiert, so dass es auch nicht neblig war. Dafür war es windig und es wimmelte vor Touristen.

Je weiter wir dieser Strasse folgten desto schöner und unberührten wurde die Landschaft. bis wir schließlich bei einem Leuchtturm ankamen, der am Arsch der Welt lag. Dort merkt man nichts mehr von der Metropole SF und den vielen Menschen. Hier ist alles langsam. Und selbst hier sieht man noch die Golden Gate Bridge. Sprich ich hab zig Aufnahmen mit der tollen Brücke. Aber was solls. 

Nach dem sich dann jeder fototechnisch die Kante gegeben hat und wir langsam mal wieder Hunger hatten, ging es wieder in Richtung SF.

Diesmal war es an mir diese tolle kurvige Strasse zu fahren. Tja, hmm, also, naja, war schon ein Erlebnis. Max. 5mph und dann 4 mal links und 4 mal recht einschlagen und das wars. Aufregend. Da war es schon spannender 20 min im Stau zu stehen, damit man diese dumme Strasse erst fahren kann. Und scheinbar will da jeder runterfahren. Wenn der Stau wenigstens im Flachen gewesen wäre, aber nein. Ich glaube die Strasse hatte leicht Ihre 20% Steigung. Da ist selbst mit der Automatik Berganfahren angesagt. Dumm nur das die Frau vor mir nicht ganz so geschult war und immer 3 Meter zurückgerollt ist. Man war die hohl. Und geschimpft hat sie wie sau, weil ich immer so dicht aufgefahren bin. War nur gut gemeint, am Schluss rollt sie noch den ganzen Berg runter beim anfahren.

Gegessen habe wir dann im Hostel. Echt cool. Der Küchenchef ist Brasilianer und kocht dann mal schnell so für 20-40 Leute Abendessen. Der ist da flexibel was die Personenanzahl angeht. Schräger Kerl. Aber ich hatte ein Stein beim ihm im Brett.

Wahrscheinlich weil ich aus der Schweiz noch ein paar Brocken Portugisisch konnte. Und er mich für einen Italiener hielt. Naja ich hab ihn in dem Glauben gelassen. Dafür war die Portion umso größer. 

Gleich ums Eck war eine Hookah-Bar. Klingt jetzt anrüchig, war aber nur eine Art Wasserpfeifen Bar. Mit schlimmer Musik und einer Wasserpfeife. Das und wieder das schlimme Budweiser, dann war ich bald Bett reif. Und geschlafen hab ich wie ein Stein.

Roadtrip California / 2.Tag

Was für ein Kampf. Ich bin nur noch fertig, als ob ich einen Marathon hinter mir hätte, derweil bin ich bloß um 8Uhr aufgestanden und in die Lobby runter. Das wars.

Vielleicht weil ich am Tag davor nicht zur Ruhe gekommen bin und über 36Stunden auf den Beinen war. Und der heutige Tag verspricht keine Besserung. SF wird zu Fuß erkundet. Aber erst mal Frühstücken!

Und wenn dann auch wieder so wie man es aus den Filmen kennt. In einem Diner mit rießigen Tresen wo eine Dame dahinter steht die deine Bestellung auf einen Zettel schreibt und den dann an so ein Teil zum Drehen zu Küche hängt wo der Koch dreht um die Bestellungen zu lesen. Ein Diner wo du dein Pancakes bekommst, wo die Dame durchgeht und dir der Kaffee nachgeschenkt wird aus diesen Glaskannen. Ein Erlebnis.

Da das Hotel die Zimmer nur für eine Nacht hatte mussten wir noch umziehen und einen Block weiter in ein Hostel einziehen. Adelaide Hostel heißt es und kann ich nur jedem empfehlen der sich SF anschaun will. Nur ein Paar Blocks weg von Downtown mit Gemeinschaftsküche, Frühstück incl. und 5$ fürs Abendessen. Spitzenklasse. Gratis Internet und PC Nutzung mit großen gemeinsamen Wohnzimmer. Und auch wenn es etwas versteckt ist und vielleicht schäbig in einer Gasse liegt, so ist es innen Top und gemütlich. Die nächsten 2 Nächte haben wir auch schon hier gebucht.

Nun konnte der lustige Teil beginnen. Per Pedes versteht sich, denn das Auto steht nicht weit in einer Parkgarage für 29$ pro 24Stunde. Quasi ein Schnäppchen :-P

Nun war die Frage wohin, wo sollen wir beginnen. SF ist nicht grad ein Dorf. Erstmal bergauf für mehr Übersicht. Vorbei an gewaltigen Hotels wie dem Interconti, dem Fourseasons oder dem Ritz. Adelaide Hostel Ole!!!!

Chinatown ist ja sehr bekannt und so führte uns unser Weg wieder runter in Richtung Chinatown. Ein Geschäft drängt sich an das nächste, was verkauft wird konnte man nicht bei jedem lesen doch es war alles sehr geschäftig und belebt. Angeblich wohnen allein in Chinatown mehrere Hunderttausend Chinesen. Keine Ahnung wo, aber vorstellbar.

An Cablecars vorbei, ging es weiter auf zu einem Aussichtpunkt mit einen Turm und direktem Blick in Richtung Alcatraz. Keine Ahnung wie dieser Turm hieß, aber es waren viele Stufen dort rauf. Und der Postboten, den wir trafen, meinte es wären ca. 1000 Stufen, die er jeden Tag und das 5 mal pro Woche raufgeht. Hut ab mein lieber, der hat bestimmt stramme Wadl.

Die Aussicht war genial. Baybridge, Alcatraz, Golden Gate Bridge und komplett SF mit dem Hafen lag uns zu Füßen.

Da Alcatraz ein absolutes Muss sein soll gingen wir in Richtung Pier. Ein Touristen Magnet. Es war Samstag und die nächste verfügbare Tour war erst Montags. Da blieb uns nichts anderes übrig. Und um auf Nummer sicher zu gehen, habe wir auch gleich im Voraus gebucht.

Der Hafen selbst mit seine Piers ist schon sehenswert. Pier 29 ist eine Art Rummelplatz mit Geschäften und Ständen, Essen Trinken, Schausteller. Streetperformer.

Eine weiter Attraktion ist Fishermans Wharf. Ein Teil am Hafen der sehr busy ist und mit Lokalen, Kneipen, Hotels und und und. Da liegt es auf der Hand, dass man sich ein Mittagessen sucht.

SF ist bekannt für eine ganz eigene Spezialität. Clam Chowder. Das ist eine spezielle Suppe. Und zwar eine Cremige Suppe mit Kartoffeln und Muschelfleisch, die in einem ausgehöhlten Brotleib serviert wird. Das Lustige an dieser Location in der wir waren, direkt daneben, ist die Bäckerei, die die Brote backt. Die Frischen Brot werden in Metal gelegt und in ein automatischen Schienen System gehängt. Ähnlich wie in einem Schlachthaus. Dann fährt der Korb in 5 Meter Höhe unter der Decke ins Restaurant, wo dann der Koch das Frische Brot nimmt aushöhlt und die Suppe einfüllt. Echt ein Interessanter Prozess. Theoretisch kannst du zusehen wie dein eigenes Brot gebacken wird. Da die Bäckerei einen Showbereich hat, bei dem man zusehen kann.

Den Heimweg quer durch die halbe Stadt haben wir an weiteren Sehenswürdigkeiten vorbeigehen lassen. So z.B. die Lambard Street, die als die Kurvigste Straße gilt. Vom Prinzip war es nur eine Mini Serpentinenstraße die ungefähr 8 Kehren hat und 500m lang ist. Für die Amis halt der absolute Oberhammer. Für alle, die in der Schweiz oder Österreich den ein oder anderen Pass gefahren sind, eine nettes Warm-up. Aber gemacht muss man es halt mal haben.

Der Rückweg war echt ein ordentliches Stück heim und mit den Ganzen Flachland Tirolen im Gepäck hat es länger gedauert als geplant. Keine Ahung wie viele Blocks, aber wir waren eine gute Stunde unterwegs.

Langsam bekomme ich ein grobes Bild von SF und ich kann sagen mir gefällt die Stadt sehr gut. Die Hügel auf der die Stadt liegt (48 Stück insgesamt), das Meer, der Hafen, die Brücken, die Kulturen und die Häuser und die Einbahnstraßen. Die Cablecars und Straßenbahnen. Die Stadt hat Ähnlichkeit mit Vancouver, wenn auch das Wetter um längen besser ist. Wenn ein US Visum, dann nach SF. Soviel steht fest.

Abendessen gabs diesmal wieder in einem Diner, doch diesmal ein anderer. Burger, Sandwich, Steaks, Salate. Alles was das Herz und der Magen begehrt. Free Refill, sprich verdursten musste man auch nicht.

Zum Abschluss des Abends gabs dann noch Dosenbier, was in der Gemeinschaftsküche vernichtet wurde. Ein Lustiger Abend mit Australiern, Brasilianern, Kanadiern, zwei Gitarren und einer kleiner Jam-Session.

Roadtrip California / 1.Tag


Silvester ist um und ich bin total fertig von dem Silvesterklettern. Außerdem sitzt mir die Zeit im Nacken, denn wenn ich den letzten Skytrain verpasse bin ich so richtig gearscht. Noch dazu weil ja der 01.01.2010 und da ist das so eine Sache mit den öffentlichen. Apropos öffentliche Verkehrsmittel. Hut ab vor Vancouver. Vom 31.12. ab 17:00Uhr bis zum 01.01. und da den ganzen Tag, durfte man alle Busse, U-Bahnen, Fähren etc. gratis benutzen. Echt fein. Vorallem so motivert man Leute zu feieren, wenn man sich im Nachhinein keine Gedanken übersheimkommen machen braucht.

Ich hab dann rechtzeit mit dem letzten Skytrain die anderen mit denen ich unterwegs war getroffen und es ging ab zum Flughafen. Und ehrlich, ich könnte den ganzen Silvesterabend Zugfahren, denn es ist so lustig und die Leute die man da sieht, sind so schräg. Jeder hat so einen "Happy New Year"-Hut auf nuschelt lallt und ist betrunken. Besser als Kino.

Durch das hin und her ist wieder mal das Essen meinerseits viel zu kurz gekommen, so dass ich erst am Flughafen um 4 Uhr morgens mein Abendessen/Frühstück bekommen hab. Und die Auswahl ist nicht gerade berauschend. Da geht man halt dann zu Burger King und ist sein Whopper. Haha von wegen, es gibt hier Frühstück bei Burger King. Doch das ist ein ganz böses Frühstück. Man nehme einen Whopper und tausche das Beef aus und ersetzte is durch eine Art Leberkäs und anstatt Salat und dem ganzen anderen Gemüse kommt eine Rührei in Form und Konstistenz eines Bierfuizls rein. Der Käse und der Bacon, haben das ganze Gott sei Dank rausgerissen. Und wenn man das Ganze noch mit Ketchup tränkt braucht man es nicht zu lang kauen bis man es schlucken kann. Tja, der Hunger treibts rein...

Da es ja auf einem Flug von Amsterdam in die USA ein paar Tage zuvor einen versuchten Terroranschlag gab, waren die netten Leute von der Security und Border Control nicht ganz so entspannt wie sie eigentlich sein könnten. Dadurch gabe viele Warteschlangen und Verzögerungen. Der Flug konnte aber pünkltich starten. 

Nach einem etwas umständlichen Check-In am Counter von Alaska-Air mussten wir unser Gepäck selbst zum Förderband bringen. Herr Staudt der neue Ground Controll Chef von MUC kann dazu bestimmt ein paar Worte sagen :-P Danach hier Fingerabdruck, dort ein Bild und jede Menge dumme Fragen, plus 2 Zettel ausgefüllt und von den Abtastern abgetastet und siehe da 2 Stunden später ist man auch schon am Terminal. Die spinnen ja die Amis. 

Irgendwann waren wir endlich im Flieger. Der Flug nach San Francisco war mit Zwischenstop in Seattle. Doch das war Okay, jeder schlief und im Flugzeug war Totenstille. 

Leider kam es dann, warum auch immer zu Verspätungen, weil SF keine Flieger landen ließ so hatten wir anstatt 2 Stunden, 4,5 Stunden Aufenthalt am Terminal.

Es war Langweilig und fad! Ich war müde, hatte Hunger, konnte aber nicht schlafen und das Essen war teuer am Flughafen. Und geschmeckt hats auch nicht.

Glücklicher weise ist das Wetter immer besser geworden und die Sonne hat es durch die Wolken geschafft, wenn auch nur kurz, wie man auch auf dem Foto sieht. Leider konnten wir dem Regen nicht ganz entkommen, so dass auch der in SF auf uns gewartet hat.

In SF angekommen, war nach dem Gepäck, die Suche nach der Autovermietung die nächste große Aufgabe. 

Einfach mal in diese Ringbahn einsteigen, die den gesamten Airport abklappert und die immer im Kreis fährt. Natürlich war die letzte Haltestelle die richtige und man steigt direkt im Wohnzimmer der Autovermietung aus. Echt eigenartig, wenn die Türen aufgehen und es echt aussieht wie in einem Wohnzimmer. Teppich, Couchen, Topfpflanzen.

Eine Auto ausleihen in SF ist anders. Man kriegt nur gesagt, wo man hin muss in der Tiefgarage und dort steht dann nicht A, B, C, sondern, Compact, Premium, Minivan, Sport. Jedes Auto ist offen und man darf sich dann eins Aussuchen. 

Wir hatten einen schmucken Minivan von Dodge, mit elektrischen Schiebetüren und dem ganzen Schnickschnack wie Sat-Radio.

Jetzt denken sich vielleicht manche, Hey, Minivan, was geht, wenn da jedes Auto offen ist mit Schlüssel und so warum nicht die Viper oder der Mustang der zwei Parkbuchten weitersteht. Klar, reinsitzen, anlassen, Gasgeben kein Problem, doch die Krähenfüße bei der Ausfahrt machen dann keinen Spaß mehr. Auch wenn 4 Platten bestimmt ein interessantes Fahrgefühl vermitteln.

Ich hatte dann gleich die Ehre nach SF Downtown zu fahren. Nett so achtspurig wo links und recht überholt werden darf. Verdammt, dass war echt eine Herausforderung, aber nach 10 Minuten hatte ich den Dreh raus und den Tempomat rein. 

Die weit aus größere Aufgabe war die Suche nach einer Unterkunft und einem Parkplatz in SF. Und es war nur eine Frage der Zeit bis die Stimmung und die Motivation ins bodenlose fielen, da half auch kein dummer Michi-Spruch mehr. Ich denke auch der graue Regenhimmel hat dazu beigetragen.

Ich wollte ehrlich gesagt so viel Infos über Hotel sammeln wie möglich. Sprich tolle Lage, vernünftiger Preis und schöne Zimmer. Leider waren die anderen davon, mit Ausnahme von Chris, nicht bereit weiter rum zu laufen. Da wir ja das Auto irgendwo geparkt haben, damit wir nicht immer um einen Parkplatz schaun müssen. Doch wir sind dann fündig geworden. Union Square Hotel. Klein, Fein, Zentral und Günstig. Das einzige Problem was ich hatte, als es hieß, hol schon mal das Auto, war es zu finden. Ich habs schneller gefunden als erwartet, ich hab mich nur um einen Block geirrt und bin zuerst auf ein anderes Auto zu gesteuert. Shit happens, aber Chrysler und Dodge sind halt nun mal baugleich.

Jetzt war Chillen angesagt. 2 Stunden mal nichts tun, vor sich hindösen, träumen und langsam realisieren was bis her passiert ist und wo man sich gerade befindet.

Wir waren eine recht lustige Truppe. Ben, der jüngste der mit seinen Aussagen und seiner Art jeden zum Lachen gebracht hat und immer irgendwie verplant gewirkt hat. Chris, cool, gelassen mit ähnlicher Hotelerfahrung wie ich und ähnlichen Gedankengängen und Meinungen, der immer seine Meinung in den Raum wirft, um die Entscheidungsfindung zu beschleunigen. Heike, die älterste mit 40 Jahren. Immer hungrig und durstig. Hauptsache sie hatte was zu essen und eine Toilette, dann war sie glücklich und für jeden Scheiß zu haben. Und Debby. Eine Zwiederwurzen wie sie im Buche steht. Meist hat sie rumgeraunzt und gesudert. Sehr sprunghaft mit ihrer Meinung und meist sobald wir internet hatten, war sie im Internet um mit ihrem Freund zu chatten. Ich denke wir hätten nach Ihrem Turnus fahren sollen, dass wäre für alle besser gewesen ;-P Ach ja und ich halt noch.



Beim Abendessen in einem typischen Diner war alles wieder fein. Und die Grundbedürfnisse wurden gestillt, so das jeder glücklich und zufrieden war. Und wie sollte es auch einem gehen bei einem T-Bone Steak mit allem was dazugehört. Die Atmosphere war locker und gelassen. Am Nachbartisch hat ein Zuhälter seine 20 Damen verköstigt, scheinbar eine Art Neujahrsfeier. Ein Bild für Götter und wie man es aus dem Fernsehen kennt. Geschleckter Typ mit Krokodil-Lederstiefeln und eine Geldklammer wo er die 100$ Schein rauszieht. Genial.

Nach dem Abendlichen Spaziergang über den Union-Square gings heim ins Hotel. Und da Chris noch nie JackAss auf MTV gesehen hat, wars dann noch richtig lustig im Zimmer. Es wurde gelacht bis die Tränen kamen und der Bauch weh tat.


Sonntag, 10. Januar 2010

27. & 28. & 29 & 30 & 31.12.2009

Mein Monat, mein 1. Monat hier in Kanada ging recht schnell vorbei. Zumindest hatte ich das Gefühl, dass es recht hurtig war. Ich weiß ja nicht wie es euch geht und ob Ihr es genauso empfunden habt.

Die letzten Tage des Jahres 2009 sind bereits an einer Hand abzählbar. Und ich hätte vor einem Jahr nicht zu träumen gewagt, dass ich hier in Vancouver bin. Doch man braucht es sich nur fest genug einreden, dann klappts eh. Michi-Style versteht sich.

So berauschend waren die letzte Tage ehrlich gar nicht so sehr. Ich bin am 28.12. wieder bei der Homestay-Family ausgezogen und muss sagen ich hatte eine Super Zeit. Gernot, der Gastvater, hat sich gefreut, dass er mit mir wienerisch sprechen konnte und ich ihn sogar verstanden hab. Nicht so wie mit Ben, mein Freund aus Fulda, der beim dem geringsten Anzeichen von Dialekt voll aussteigt und es dadurch fast besser ist mit ihm Englisch statt deutsch zu reden. So viel hochdeutsch verträgt doch kein Bayer :-P

Ich hab mir dann zum Schluss des Jahres arbeitstechnisch die Kante gegeben. Und jeden Tag fast gearbeitet und geklettert. Mittlerweile kann ich meine Hände nicht mehr richtig schließen und die Gelenke tun vom Seil halten und sichern weh. Ich hoff, das wird besser während des Roadtrips. Aber dafür ist mein Scheck am Ende des Monat dicker.

Leider hab ich auch erfahren, dass ich die Fortbildung nicht machen kann, nach der ich dann so eine Art Kanadischer Klettertrainer bin. Die Ausbildung ist genau in dem Zeitraum in dem ich Kalifornien bin. Aber man kann ja nicht alles haben. Es gibt bestimmt eine zweite Chance.

Silvester: Hier in Vancouver so spannend wie ein  normaler Abend. Mit dem Unterschied jeder schreit und wünscht dem Anderem "Happy new year". Das wars aber auch schon. Kein Feuerwerk oder so. Echt fad! 

Was aber nett war, ich war Silvester mal wieder in der Kletterhalle eingeladen. Quasi, Silvesterklettern. Echt lustig. Man lernt Kollegen kennen und lacht, trinkt, klettert und trinkt mehr, lacht wieder und versucht am Schluss noch es wie klettern aussehen zu lassen. 

Spaßig!

Lang ging es nicht Gott sei Dank, denn ich musste ja noch einen Flieger erwischen um pünktlich in San Francisco an zu kommen.

Ich wünsche allen eine Frohes Neues Jahr, dass es erfolgreich, glücklich, gesund und zufrieden wird. Mit oder ohne Vorsetze, genießt es!