Donnerstag, 21. Januar 2010

Roadtrip California / 8.Tag

Das schöne an diesem Motel ist neben der Nähe zum Strand die Nähe zum Bagel-Frühstückshaus, das gleich ein Haus weiter war. Da kann man sich die Bagels mit allen mögliche Zeug beschmieren lassen und dazu noch frischer O-Saft und ein Kaffee. Fein Welt. Gute Welt. Ohne Sorgen und Kummer.

Aber leider nur fast ohne Kummer und Sorgen. Hab gestern noch einen Anruf von meinem Mitbewohner bekommen, dass er aus bestimmen Gründen am 16.01. wieder nach Deutschland zurückkehrt. Sprich ich habe nach meiner Rückkehr noch 6 Tage Zeit und der Lage Herr zu werden. 

Doch entgegen meiner alten Einstellung, habe ich mich davon erstmal nicht aus der Ruhe bringen lassen, denn so bringt man sich nicht nur um den Schlaf sondern auch um den Spaß, den man hier zu genüge erleben kann. Also Scheiß da nix, dann feid da nix.

SeaWolrd ruft schon und ich rieche schon das Wasser und die Fische. Also dann wieder ab in den Minivan und let's roll! Runter von der Insel, rüber über die Brücke, rauf auf den Highway und rein in den Parkplatz.

Schon der erste Schock! Parken ist teuer und dann gleich der zweite. SeaWorld ist nicht billig. Dann stellte sich die große Frage. SeaWorld für $69 oder SeaWorld und Universal Studios für gemeinsam $109? Wenn schon denn schon. Wenn Touri, dann so richtig.

Ich kann mich an ein tolles Buch erinnern, dass ich vor einiger Zeit gelesen habe und den Namen "Fish" trug. Ein gutes Buch, dass sich auf das Training der Orcas stützte und diese Erkenntnisse auf Menschen übertrug. Um so gespannter war ich endlich die Orcas zu sehen.

SeaWorld war durch die Nebensaison in der wir es besuchten, leider nicht zu 100% einsatzfähig. So gab es nur wenige Shows, die man nicht verpassen durfte und die Hälfte der Achterbahnen war wegen Wartungsarbeiten geschlossen und bei der anderen Hälfte wurde man bis auf die Unterhose nass. Also nicht gerade meine Favoriten. 

Ich war beieindruckt wie nah man den Tieren kommen konnte, Delfine, Robben, Rochen. Alles konne man füttern und teilweise berühren. Es war sehr intensiv einen Delfin an einem vorbeischwimmen zu sehen und zu spüren wie man durch ihn beobachtet wird. 

Leider war der Park das Geld nicht wert, dass man beim Eingang gezahlt hat. Wären die Shows mit den Delfinen, Orcas und Seelöwen nicht gewesen. Diese 3 Shows haben alles rausgerissen. 

Unglaublich wie schnell diese Tier sein können. Wie perfekt sie funktionieren und wie ihr Timing ist.

Das Shamu-Stadium war aufgebaut wie ein Amphi-Theater. Wobei die ersten 13 Reihen zur sogenannten Soak-Zone gehörten. Man wurde nass! So viel war sicher, wenn man da saß. War aber auch klar wenn Shamu mit seinen 5 Tonnen aus knapp 5 Metern einen Bauchplatscher macht und du grad man 3 Meter wegsitzt. Selbst schuld :-P

Die Shows mit den Delfinen war ähnlich wie die mit den Orcas. Dynamisch und artistisch. Die Delfine konnten teilweise zu zweit auf einen Trainer abgerichtet werden und haben den Trainer wie ein SeaDoo über und unter Wasser beschleunigt, während er auf Ihren geschlossenen Mäulern stand. Wie ein Jetantrieb.

Die Orcas hingegen waren brachial, das Wasser spritze und die Wellen schwappten. Doch auch hier war es bemerkenswert wie solch ein Tier so elegant und beweglich sein konnte. Es ließe sich viel erklären, doch Bilder sagen in diesem Fall mehr als tausend Worte.

Wir nutzen natürlich den ganzen Tag im Park aus. Hut ab vor den Gärtnern und Landschaftsarchitekten. Echt ein gutes Stück Arbeit.

Zum Ende hin gab es noch die Show mit den Seelöwen. Wenn ich zurückdenke an die Seeelefanten bei unserer Fahrt, waren die Tiere hier echt der Wahnsinn. Die Show war aufgebaut wie eine TV-Soap. Ich hab noch nie so viel lachen müssen wie da. Echt empfehlenswert. Also vergesst Robbie auf ZDF und fahrt nach SeaWorld.

Selbstverständlich war der Hunger groß nach so einem Tag. Und da wir gestern mit Panera-Bread bester Erfahrungen gemacht haben, war gleich klar wohin wir zum Abendessen gehen.

Debby Stimmung war am Abend mal wieder mies :-P, daher war auch der Laptop von Chris schnell online, damit sie mit Ihrem Schatz chatten konnte. Da wir aber nicht warten wollten bis der Akku leer oder sie fertig war (meist trat jedoch ersters ein), gingen wir ohne Sie schon mal voraus zum Essen. Böser Fehler. Stimmung sank in den Keller und das Resultat war verheerend.

Aber gut dass wir alle so locker darauf waren. Heiki mit Ihren 40 Jahren an weiblicher Lebenserfahrung, ignorierte die Tatsache der zyklisch bedingten Stimmungsschwankungen und uns Burschen war entweder egal oder wir stichelten noch weiter in die Wunde. Sorry Debby dafür, aber als Gruppe gibt es halt keine echte Sonderbehandlung.

Da wir heute uns ja entschieden hatten die Universal Film Studios zu besuchen, war schnell klar, dass es keine lange Nacht werden wird, da wir mit knapp 260km Wegstrecke vor uns um 10Uhr an der Pforte der Studios stehen wollten. Also ab in die Heia!


Montag, 18. Januar 2010

Roadtrip California / 7.Tag

Mittlerweile vergeht die Zeit wie im Fluge. In SF war das Ende noch nicht in Sicht, doch jetzt wo man weiß wie die Endstation aussieht, möchte man dass es gar nicht mehr zu Ende geht. 

Einzig schlüssige Lösung man zögert die Abreise hinaus. Doch so einfach ist das nicht. Dann doch lieber weiter nach San Diego und weg von LA. Denn LA heißt Abschied.

Die Fahrt war mal wi(e)der an der Küste entlang geplant. Fahrer war mittlerweile ich. Und das als feste Institution. Ich war ganz froh drum, obwohl, da wir mittlerweile nur noch zu viert waren, gab es den Deppensitz nicht mehr.

Die Fahrerei war mehr eine Gurkerei. So stelle ich mir das Ruhrgebiet vor. Eine Stadt kommt nach der Anderen, alles sind nahtlose Übergänge. Und obwohl es nur 120 Meilen sind hatte ich nach 2 Stunden keine Lust mehr und da die Beschilderung in den USA eh eine Katastrophe ist bin ich auf den Freeway und die Sache war erledigt.

Doch bis dahin war es schon recht schön. Landschaftlich versteht sich. Venice Beach, Orange County, ein Strand schöner als der Andere. Baywatch Feeling kam auf. Auch wenn es zum Baden zu kalt war. Und der Hasselhoff eh nicht da war :-)

In San Diego war es mal wieder eine Herausforderung sich zu Orientieren. Apropos Orientieren. Die Strassenschilder. Ein Eigenes Kapitel. Hier ist es anders. Es gibt keine Richtungsangaben oder Pfeile mit Ortsnamen und den Meilen bis dort hin. Es gibt nur die Nummer der Straße/Route und die Himmelsrichtung. Die Übergänge sind nicht klar erkennbar und an den Kreuzungen ist es schwer zu erkennen ob die Straße auf der man fahren soll links, rechts oder gerade aus weitergeht. 

Autobahnen sind nicht besser. Es gibt keine Ausfahrtsschilder. Möchte man in Salzburg Mitte in  Richtung Stadt von der Autobahn, so steht nicht Freilassing oder Salzburg dort , sondern Ignaz-Harrer oder Münchner Straße .Spitze und dass wenn man keine Strassekarte hat. Doch dank Lonely Planet waren die meisten Ballungszentren drauf, so dass man einfach mal Downtown gefahren ist und dann sich irgendwie zurecht gefunden hat. Ich empfehlen allen Navi oder mindestens ne Straßenkarte.

In San Diego angekommen, war schnell klar, die Stadt hat was. Einen gewissen Reiz. Eine riesige Bucht mit einer beachtlichen Insel in der Mitte auf die man nur über ein ganz schön große Brücke kommt. Die Coronado Bridge, benannt nach der Insel auf die sie führt. 

Die Insel selbst ist zur einen Hälfte ein US Marine Stützpunkt und zur anderen Hälfte ein Naherholungsgebiet. 

Soll heißen weißer Traumstrand, 5 Sterne Hotels, Palmen, Clubs, Restaurant, Fregatten, Zerstörer, Flugzeugträger und Kampfjets die in 20m Höhe über die Dächer donnern. 

Doch die Insel war gemütlich. Man merkte, dass die Leute durch die Armee abgesichert waren und der Toursimus eine willkommene Abwechslung war. Ein kleines Motel mit Pool und unweit des Strands war unser neues Heim für zwei Nächte.

Viel war vom Tag durch die Fahrerei nicht mehr übrig, aber für einen Strandspaziergang bei Sonnenuntergang war immer Zeit bevor es mal wieder zum Essen ging. 

Langsam kommts mir so vor, als ob unser Urlaub nur aus Rum-Fahrerei, Stränden und Essen bestand...Hmm...Interessant.

Naja, der Sonnenuntergang hier war schon anders als sonst. Denn die Sonne war noch nicht untergegangen, ist vom Meer der Nebel hochgezogen und hat alles in ganz eigenartiges Licht gehüllt. Fast schon unheimlich und schön zugleich.

Zum Essen haben wir ein ganz spezielles Lokal, namens Panera gefunden. Das tolle daran, die haben sich auf Suppen, Salate und Sandwiches spezialisiert. Und so konnte man aus den 3 Kategorien wählen, wobei die Suppe wieder im Bortlaib serviert wurde. Das ganze war genial und lecker und für knapp $8. Da wird Essen zum Erlebnis.

Noch ein Eis auf dem Weg zurück ins Hotel, wobei es immerhin noch knappe 18°C hatte. Ein schönes Fleckchen dieses Coronado. Im Herbst wo das Wasser wärmer ist bestimmt nochmal eine Reise wert. Doch jetzt ins Bett den morgen geht zu SeaWorld Wale und Delfine anschaun. Bin ja mal gespannt.

Roadtrip California / 6.Tag

Nein, viel zu früh! Das geht ja garnicht. Warum muss der auch so früh zum Flughafen. Grad mal 1,5 Std. geschlafen. Gott sei Dank braucht er so lang im Bad. So hab ich noch 30 min bis es losgeht.

Die Fahrt zum Flughafen ist unspektakulär. Man fährt auf einer breiten Straße die ganze Zeit durch eine riesige Stadt die einfach nicht aufhören will. 

Der Drop-off am Flughafen war einfach. Es ist ja beschriftet wo welche Airline wegfliegt. Haha! Ja klar! Naja ich bin trotzdem fündig geworden. 

Der Weg hin zu Flughafen war einfach, zurück hatte ich anfangs meine Schwierigkeiten, doch nur kurz. Nach gut einer Stunde war ich wieder im Bett. Dass muss man sich mal vorstellen. 30min Fahrtzeit und das ohne Stau. Wobei die wir direkt am Flughafen gewohnt haben. Die Stadt ist mir viel zu groß.

Ich konnte dann noch ein paar Stunden schlafen, bevor es zum Sightseeing-Trip los ging. Auf dem Programm standen der Hollywood Blv, der Walk of Fame, das Hollywood-Schild und etwas von Beverly-Hills und Bel-Air. Volles Programm möchte man meinen.

Doch davor gab es das Problem des Frühstücks zu lösen. Wer München kennt weiß was es heißt in einer Stadt mit 1,5 Mio Einwohnern zu leben und Auto zu fahren. Doch in LA ist das Anders. Hier sind es über 12 Mio Einwohner auf eine gewaltig Fläche. Man weiß nicht wo die Stadt anfängt oder aufhört. Geschweige denn wo man vernünftig Frühstücken kann. 

Am Hollywood Blv angekommen, gab es die Lösung. Donuts, Kaffee und Orangensaft. Das muss erstmal reichen. Das Auto wurde auf einen Parkplatz für $8 geparkt. Im Vergleich zu SF ein wahres Schnäppchen.

Na dann ab auf den Walk of Fame. Der Walk of Fame. Hmm eine Gehsteig mit eingelassenen Fliesen mit Sternen auf denen Namen stehen. Oder der wohl berühmteste Gehsteig der Welt, auf dem die Stars Hollywood in die Analen eingehen und sich verewigen ließen.

Woran erkennt man jetzt einen Touristen auf dem Walk of Fame. Er ist bestimmt kein Hans guck in die Luft. Weil jeder schaut nur auf den Boden und man kann froh sein, dass man die  Fussgänger-Ampel nicht übersieht vor lauter auf den Boden schaun. Wir sind den Walk of Fame dann das zweite mal gegangen, damit man auch was von den Schaufenstern mitbekommt. 

Sonst war ich von dem Gehsteig wenig beeindruckt. Viele Schauspieler kenn ich nicht, wobei es ja auch Musiker gibt, die einen Stern haben. Z.B. Ricky Martin wofür er den bekommen hat, ist mir jedoch ein Rätsel.

Toll waren das Chinese Theater und das Kodak Theater. Die sieht man immer bei den Verleihungen, wie z.B. den Oscars. Aber fotegen ist da überhaupt nichts.

Es wimmelte von Touristen und so komischen Leuten, die einem eine Rundfahrt anbieten, wo man dann die ganzen Star und Sternchen abklappert. Sprich man fährt von Gartentor zu Gartentor und hört dann, da wohnt Tom Cruise und hier wohnt Cameron Diaz. Spannend und jeder fotografiert dann die Einfahrt. 

Wir wollten dann doch eher auf eigene Faust etwas unternehmen und machten uns auf den Weg in Richtung Hollywood-Zeichen. War nicht so leicht da hinzufinden. Und so richtig gefunden haben wir es auch nicht, aber wir sind zu einem Park gekommen wo man schön hinsieht. Zwar haben wir das erst im zweiten Anlauf geschafft, aber die Aussicht hat sich gelohnt.

Zum Abschluss des Tages ging es dann noch durch Beverly Hills und das Villenviertel. Unglaublich was da für Häuser stehen. Wo haben die nur das Geld dafür her. Ein Haus schöner als das Andere, riesige Anwesen, wunderschöne Gärten. Schon beindruckend.

Da LA an sich nicht sehr viel zu bieten hatte, ich mein natürlich gibt es da schon das ein oder andere, aber berauschend ist es nicht, haben wir beschlossen den Trip zu erweitern und nach San Diego weiterzufahren. Die Details haben wir dann bei einem entpannten Abendessen besprochen. Da es nur 120Meilen sind ist es echt ein Katzensprung.

Trotz des Geh-Intensiven Tages, war ich nach dem Essen noch an einem Verdauungsspaziergang interessiert. Vorallem da es mir Santa Monica angetan hat und mir dieser Stadtteil seinen Reiz hatte. Chris, Heike und ich sind dann noch etwas rumspaziert. Debby bevorzugte es im Zimmer zu bleiben und surfte im Web und chattet mit Ihrem Freund. Jedem wie er's mag.

Toll ist auch der Santa Monica Pier mit seinem Riesenrad, der Achterbahn und den Restaurants. Er gilt auch als offizielles Ende der Route 66 und war auch im Film Forst Gump zu sehen. Die Angenehme Brise vom Meer und die lauen Temperaturen machten es einem nicht leicht, wenn man an Vancouver und den Regen denkt, heimzufliegen. 

Dienstag, 12. Januar 2010

Roadtrip California / 5.Tag

Eine herrliche Nacht. Nachdem drinne jeder schlecht geschlafen hat und sich gewundert hat wie man nur auf ner dünnen Isomatte schlafen kann, bin ich froh, dass ich es gemacht hab. Jeder hat sich über den anderen beschwert, dass er schnarcht und dass es viel zu heiß oder zu kalt war. 

Ich hingegen, war richtig gut drauf. Jede Menge Sternschnuppen, das Rauschen der Wellen, die Mond und das Vogelgezwitscher. Ist zwar etwas spartanisch gewesen, aber ist ja im Kletter-Camping-Urlaub nichts anderes.

Das Frühstück war leider genauso teuer wie das Abendessen. Doch so ein Egg Benedikt hat schon was. Auch wenn es etwas dekadent wirken mag.

Das Wetter war wie es sich für Kalifornien gehört Sonne pur. Einzig der Nebel vom Meer war faszinierend. Innerhalb von wenigen Augenblicken hat er die Küste eingehüllt, wie ein Standsturm kam die Wand aus Nebel auf uns zu und alles war gelblich/weiß und gleich danach war er weg. Wie Wellen am Strand so war der Nebel.

Da Ben als einziger früher Heim musste war es wichtig, dass wir am Abend in LA sind. Doch das war kein Problem denn es waren nur noch 325Meilen Küsten Straße die wir zurücklegen mussten :-P

Selbstverständlich standen auch heute wieder Strände auf dem Progamm. Könnte ja sein, dass die hier anders aussehen. Ausnahmsweise war das auch der Fall. Denn hier lagen gewaltige See-Elefanten-Kolonien an den Stränden und zwar so dass man hingehen konnte, um sie zu fotografieren.


Riesige Viecher, die nur da lagen und schliefen oder komische Geräusche machten bevor sie plötzlich ihre Territorium untereinander verteidigten. Beindruckend.

Die weitere Fahrt verlief problemlos. Wir verbrachten so ziemlich den ganzen Tag im Auto. Was irgendwie jeden genervt hat. Heike war die Fahrerin. Mittlerweile hab ich den Deppensitz Chris geerbt, der auch nur geschlafen hat. Für was anderes war der Platz auch nicht gut.

Auf Bitte von Chris sind wir nach Santa Barbara gefahren. Eine echt kleine und feine Stadt vor LA. Dort wohnen auch die ganz Armen. Der Flair der Stadt war gemütlich und etwas verschlafen. Auch merkt man langsam diesen Surfer / Hang Loose Charakter. Alles scheint so easy und nur keinen Stress Flair zu bekommen.

Es wurde schon dunkel, als ich, wieder hinter Steuer, nach LA hineinfuhr. Es scheint, dass ich immer die Ehre hab in die Großstädte hineinzufahren. Wieder 8 spurig versteht sich. Mittlerweile aber schon dunkel. Welch eine Gaudi. 

Da Ben so viel Sehenswürdigkeiten mitnehmen wollte wie Möglich bevor er morgen wieder zurückfliegen muss. Sind wir mit dem Auto die großen Straßen abgefahren wo es was zu sehen gibt. Beverly Hills, Rodeo Drive, Hollywood Blv, Sunset Blv und Santa Monica Blv. Naja viel zu sehen war nicht. LA hat auch keinen guten Eindruck auf mich gemacht. Die Stadt ist zu groß.

Unser Nachtlager haben wir in Santa Monica aufgeschalgen. Ein kleines Motel unweit vom Santa Monica Pier, dem Ende der Route 66, war unsere Bleibe. Nichts berauschendes, aber na genug am Flughafen und zentral um in die Stadt fahren zu können. 

Ein kleiner Spaziergang durch Santa Monica und die Fußgängerzone machte einen ganz anderen Eindruck von LA. Es ist überschaubar. Man kennt sich. 

Der Wecker war schon gestellt. Ich hab mich bereit erklärt Ben zum Flughafen zu fahren. Um 4:00 gehts los. nur Blöd dass wir erst um 2:00 ins Bett gegangen sind.


Roadtrip California / 4.Tag


Heute hieß es früh aufstehen, denn wir hatten zum ersten Mal einen festen Termin und der hieß Alcatraz. Unsere Tour startet um 10:00Uhr und man sollte 30min vorher da sein. Plus Frühstück, packen, Auto holen, umparken und und und.

War aber dann alles ganz easy. Nur blöd, dass wir für das Parken doppelt bezahlen mussten, bzw. den Stellplatz nicht voll nutzen konnten. Shit happens. 

Wenigstens waren wir pünktlich. Und das war gut so. Keine Ahnung wie viele Leute auf das Schiff passen aber mindestens 200 Leute schon. Das tolle an den USA ist, die sind Weltmeister im Schlangestehen. Da gibt es Absperrbänder ohne Ende und du denkst dir: Ach halb so wild. So lang ist die Schlange eh nicht. Aber dann siehst du die Bänder und Kordeln und läufst im Zick Zack für ne Stunde.

Alcatraz selbst ist ca. 30min mit dem Boot entfernt. Eine Festung im 10 Grad kalten Wasser. Hat was beeindruckendes je näher man kommt. Die Insel selbst ist mittlerweile kein Gefängnis mehr und wurde in den 70ern in die lange Reihe der US Nationalparks aufgenommen. 

Man merkt schon die Leute die diese Touren anbieten sind Profis. Man wird schnell durch alles geschleust und bekommt 3 Möglichkeiten die Insel zuerfahren.

Die angenehmste ist die mit dem kostenlosen Audioguide und einer festen Route. Man kann mehr oder weniger seinen eigenen Rythmus gehen und sieht alles.

Natürlich hatte ich mal wieder das Glück des Deppen. Bei der Ausgabe der Audioguides muss man danach ein paar Meter gehen bis man das Teil startet und man die Tour beginnen kann. Und da war es natürlich schon zu spät. Mein tolles Stere Headset war ein blödes Mono Headset, weil ein Kopfhörer kaputt war. Ich musste dann alle paar Minuten den Kopfhörer drehen, weil das eine Ohr schon heiß gelaufen war. War mal wieder typisch.

Das Gefängnis an sich hatte eine ganz besondere Atmosphere, die auch von den unzähligen Touristen nicht zerstört werden konnte. Man wurde durch die Zellen geführt, sah wo ein blutiger Aufstand verübt wurde, die Einschlaglöcher von Granaten und stand dort wo jemand ermordet wurde. 

Die Gänsehaut, die einem über den Rücken läuft, wenn man in einer Zeller in der Isolationshaft steht und die Geschichten dazu im Ohr, waren doch sehr stark. Man wurde quer durchs Gefängnis geführt, Speisesaal, Bücherei, Verwaltung etc.

Nach unserem Besuch auf Alcatraz war es nun an der Zeit SF zu verlassen und uns in Richtung Süden aufzumachen. 

Doch ich wollte bevor es so richtig los geht noch einen kleinen Stop einlegen. Und zwar in Palo Alto. Stanford University. Ich wollt mal sehen was es mit dieser Uni mit dieser Kaderschmiede so auf sich hat. Jeder der studiert kennt Stanford, der Ruf eilt der Uni voraus.

Der Campus ist rießig. Allein der Park vor der Uni ist schon gewaltig. Eine Allee gesäumt von Palmen geht direkt auf den Haupteingang zu. Das Campus gelände ist sehr groß und architektonisch interessant. Es ist alles aus Sandstein und sieht aus als wäre is viel hundert jahre alt, doch das mit uralt ist in den USA so ne Sache.

Nach dieser geistig wertvollen Pause ginge es dann endlich los. Diesmal hat Chris das Steuer übernommen. Und ich bin auf dem Arschlochsitz gehockt. So eigentlich kein Stress, doch die Fahreweise war ruckartig und plötzlich, so dass Spurwechsel nicht fließend und Kurven ruppig waren. Das wurde Ihm, dann auch im Laufe des Tages von Heike und Ben gesagt. Das hatte zur Folge, dass er sich nicht mehr hinters Steuer saß. Mir wurde immer schlechter hinten im Auto, so dass ich dann irgendwann auf dieser Küstenstraße das einzig vernünftige gemacht hab. Nein, ich habe nicht in die Seitenverkleidung gekotz. Ich hab versucht zu schlafen, was auch funktioniert hat.

Doch davor war es echt anstrengend. Jeder hatte Hunger, musste aufs Klo und Debby wollte bei jedem Sandstrand stehen bleiben. Aber kennste einen kennste alle Strände. 

Ich war um jede Pause froh die ich kriegen konnte. Langsam wurde es dunkel und die Streck blieb kurvig wie sau. Landschaftlich wunderschön, doch kurvig und wir hatten noch keine Unterkunft, bzw. jede war irgendwie zu teuer.

Weit nach Anbruch der Dunkelheit sind wir endlich fündig geworden. Mitten in der Region Big Sur, ein Küstenteil, weit ab von jeglicher Zivilisation, ohne Handyempfang und Internet, sind wir in einem kleinen und feinen Hotel untergekommen. Leider war das Essen dort nicht so billig. Klar Angebot und Nachfrage und schnell hat man ein Monopol. So war das essen dann fast so teuer wie die Übernachtung.

Anfangs wurde ich noch ausgelacht, weil ich Isomatte und Schlafsack dabei hatte, doch da es nur 4 Bettzimmer gab, war ich echt froh um das Zeug.

Und da es im dem Zimmer heiß war und jeder schnarchte, war ich ziemlich schnell mit meinem Zeug draussen auf der Terrasse unter Kalifornischen Himmel und konnte die Sterne, den Mond und über ein Dutzend Sternschnuppen zählen.

Eine perfekte Nacht draussen und der Schalfsack hat mal wieder bewiesen, dass er hält was er versprochen hat. Yeti sei Dank!


Montag, 11. Januar 2010

Roadtrip California / 3.Tag

Immer dieses saublöde Amerikanische Busdweiser. Da kanns einem ja nur schlecht gehen am nächsten Tag. Nicht dass ich jetzt einen Hangover hätte, aber so recht wohl fühle ich micht nicht. 

Es ist schon halb 12 und langsam stehen auch die anderen auf. Ich such mir erstmal einen Starbucks für einen Kaffee und finde eine kleine deutsche Bäckerei, die aber die Preise einer Apotheke hat. 2 Plunderstücke für 10$!!! Was ist denn mit euch kaputt. Leider hab ich es viel zu spät kapiert, dafür hat das Zeug gut gemeckt. Pro Bissen 1$. Da muss man es sich ja schmecken lassen.

Heute standen eigentlich die Redwood Trees auf dem Programm.

Doch bis wir uns erstmal in dieser Richtung bewegen konnten, war es nötig den Weg aus der Stadt zu finden. Vorbei an all den Dingen die wir gestern zu Fuss besichtigt hatten, sind wir diesmal mit dem Auto vorbeigefahren.

Als wir auf dem Weg waren, stellten wir fest, dass die Distanzen doch weiter sind als angenommen. So dass wir unvollrichteter Dinge wieder umgekehrt sind. Das schöne an der Sache ist, wenn man sich diese Bäume anschaun will muss man über die Golden Gate Bridge fahren, was an sich schon ein Erlebnis ist. Sprich auch der Rückweg führt uns über besagte Brücke. 

Insofern stand einem kleinen Fotoshooting nichts im Wege. Das Wetter hatte sich stabilisiert, so dass es auch nicht neblig war. Dafür war es windig und es wimmelte vor Touristen.

Je weiter wir dieser Strasse folgten desto schöner und unberührten wurde die Landschaft. bis wir schließlich bei einem Leuchtturm ankamen, der am Arsch der Welt lag. Dort merkt man nichts mehr von der Metropole SF und den vielen Menschen. Hier ist alles langsam. Und selbst hier sieht man noch die Golden Gate Bridge. Sprich ich hab zig Aufnahmen mit der tollen Brücke. Aber was solls. 

Nach dem sich dann jeder fototechnisch die Kante gegeben hat und wir langsam mal wieder Hunger hatten, ging es wieder in Richtung SF.

Diesmal war es an mir diese tolle kurvige Strasse zu fahren. Tja, hmm, also, naja, war schon ein Erlebnis. Max. 5mph und dann 4 mal links und 4 mal recht einschlagen und das wars. Aufregend. Da war es schon spannender 20 min im Stau zu stehen, damit man diese dumme Strasse erst fahren kann. Und scheinbar will da jeder runterfahren. Wenn der Stau wenigstens im Flachen gewesen wäre, aber nein. Ich glaube die Strasse hatte leicht Ihre 20% Steigung. Da ist selbst mit der Automatik Berganfahren angesagt. Dumm nur das die Frau vor mir nicht ganz so geschult war und immer 3 Meter zurückgerollt ist. Man war die hohl. Und geschimpft hat sie wie sau, weil ich immer so dicht aufgefahren bin. War nur gut gemeint, am Schluss rollt sie noch den ganzen Berg runter beim anfahren.

Gegessen habe wir dann im Hostel. Echt cool. Der Küchenchef ist Brasilianer und kocht dann mal schnell so für 20-40 Leute Abendessen. Der ist da flexibel was die Personenanzahl angeht. Schräger Kerl. Aber ich hatte ein Stein beim ihm im Brett.

Wahrscheinlich weil ich aus der Schweiz noch ein paar Brocken Portugisisch konnte. Und er mich für einen Italiener hielt. Naja ich hab ihn in dem Glauben gelassen. Dafür war die Portion umso größer. 

Gleich ums Eck war eine Hookah-Bar. Klingt jetzt anrüchig, war aber nur eine Art Wasserpfeifen Bar. Mit schlimmer Musik und einer Wasserpfeife. Das und wieder das schlimme Budweiser, dann war ich bald Bett reif. Und geschlafen hab ich wie ein Stein.

Roadtrip California / 2.Tag

Was für ein Kampf. Ich bin nur noch fertig, als ob ich einen Marathon hinter mir hätte, derweil bin ich bloß um 8Uhr aufgestanden und in die Lobby runter. Das wars.

Vielleicht weil ich am Tag davor nicht zur Ruhe gekommen bin und über 36Stunden auf den Beinen war. Und der heutige Tag verspricht keine Besserung. SF wird zu Fuß erkundet. Aber erst mal Frühstücken!

Und wenn dann auch wieder so wie man es aus den Filmen kennt. In einem Diner mit rießigen Tresen wo eine Dame dahinter steht die deine Bestellung auf einen Zettel schreibt und den dann an so ein Teil zum Drehen zu Küche hängt wo der Koch dreht um die Bestellungen zu lesen. Ein Diner wo du dein Pancakes bekommst, wo die Dame durchgeht und dir der Kaffee nachgeschenkt wird aus diesen Glaskannen. Ein Erlebnis.

Da das Hotel die Zimmer nur für eine Nacht hatte mussten wir noch umziehen und einen Block weiter in ein Hostel einziehen. Adelaide Hostel heißt es und kann ich nur jedem empfehlen der sich SF anschaun will. Nur ein Paar Blocks weg von Downtown mit Gemeinschaftsküche, Frühstück incl. und 5$ fürs Abendessen. Spitzenklasse. Gratis Internet und PC Nutzung mit großen gemeinsamen Wohnzimmer. Und auch wenn es etwas versteckt ist und vielleicht schäbig in einer Gasse liegt, so ist es innen Top und gemütlich. Die nächsten 2 Nächte haben wir auch schon hier gebucht.

Nun konnte der lustige Teil beginnen. Per Pedes versteht sich, denn das Auto steht nicht weit in einer Parkgarage für 29$ pro 24Stunde. Quasi ein Schnäppchen :-P

Nun war die Frage wohin, wo sollen wir beginnen. SF ist nicht grad ein Dorf. Erstmal bergauf für mehr Übersicht. Vorbei an gewaltigen Hotels wie dem Interconti, dem Fourseasons oder dem Ritz. Adelaide Hostel Ole!!!!

Chinatown ist ja sehr bekannt und so führte uns unser Weg wieder runter in Richtung Chinatown. Ein Geschäft drängt sich an das nächste, was verkauft wird konnte man nicht bei jedem lesen doch es war alles sehr geschäftig und belebt. Angeblich wohnen allein in Chinatown mehrere Hunderttausend Chinesen. Keine Ahnung wo, aber vorstellbar.

An Cablecars vorbei, ging es weiter auf zu einem Aussichtpunkt mit einen Turm und direktem Blick in Richtung Alcatraz. Keine Ahnung wie dieser Turm hieß, aber es waren viele Stufen dort rauf. Und der Postboten, den wir trafen, meinte es wären ca. 1000 Stufen, die er jeden Tag und das 5 mal pro Woche raufgeht. Hut ab mein lieber, der hat bestimmt stramme Wadl.

Die Aussicht war genial. Baybridge, Alcatraz, Golden Gate Bridge und komplett SF mit dem Hafen lag uns zu Füßen.

Da Alcatraz ein absolutes Muss sein soll gingen wir in Richtung Pier. Ein Touristen Magnet. Es war Samstag und die nächste verfügbare Tour war erst Montags. Da blieb uns nichts anderes übrig. Und um auf Nummer sicher zu gehen, habe wir auch gleich im Voraus gebucht.

Der Hafen selbst mit seine Piers ist schon sehenswert. Pier 29 ist eine Art Rummelplatz mit Geschäften und Ständen, Essen Trinken, Schausteller. Streetperformer.

Eine weiter Attraktion ist Fishermans Wharf. Ein Teil am Hafen der sehr busy ist und mit Lokalen, Kneipen, Hotels und und und. Da liegt es auf der Hand, dass man sich ein Mittagessen sucht.

SF ist bekannt für eine ganz eigene Spezialität. Clam Chowder. Das ist eine spezielle Suppe. Und zwar eine Cremige Suppe mit Kartoffeln und Muschelfleisch, die in einem ausgehöhlten Brotleib serviert wird. Das Lustige an dieser Location in der wir waren, direkt daneben, ist die Bäckerei, die die Brote backt. Die Frischen Brot werden in Metal gelegt und in ein automatischen Schienen System gehängt. Ähnlich wie in einem Schlachthaus. Dann fährt der Korb in 5 Meter Höhe unter der Decke ins Restaurant, wo dann der Koch das Frische Brot nimmt aushöhlt und die Suppe einfüllt. Echt ein Interessanter Prozess. Theoretisch kannst du zusehen wie dein eigenes Brot gebacken wird. Da die Bäckerei einen Showbereich hat, bei dem man zusehen kann.

Den Heimweg quer durch die halbe Stadt haben wir an weiteren Sehenswürdigkeiten vorbeigehen lassen. So z.B. die Lambard Street, die als die Kurvigste Straße gilt. Vom Prinzip war es nur eine Mini Serpentinenstraße die ungefähr 8 Kehren hat und 500m lang ist. Für die Amis halt der absolute Oberhammer. Für alle, die in der Schweiz oder Österreich den ein oder anderen Pass gefahren sind, eine nettes Warm-up. Aber gemacht muss man es halt mal haben.

Der Rückweg war echt ein ordentliches Stück heim und mit den Ganzen Flachland Tirolen im Gepäck hat es länger gedauert als geplant. Keine Ahung wie viele Blocks, aber wir waren eine gute Stunde unterwegs.

Langsam bekomme ich ein grobes Bild von SF und ich kann sagen mir gefällt die Stadt sehr gut. Die Hügel auf der die Stadt liegt (48 Stück insgesamt), das Meer, der Hafen, die Brücken, die Kulturen und die Häuser und die Einbahnstraßen. Die Cablecars und Straßenbahnen. Die Stadt hat Ähnlichkeit mit Vancouver, wenn auch das Wetter um längen besser ist. Wenn ein US Visum, dann nach SF. Soviel steht fest.

Abendessen gabs diesmal wieder in einem Diner, doch diesmal ein anderer. Burger, Sandwich, Steaks, Salate. Alles was das Herz und der Magen begehrt. Free Refill, sprich verdursten musste man auch nicht.

Zum Abschluss des Abends gabs dann noch Dosenbier, was in der Gemeinschaftsküche vernichtet wurde. Ein Lustiger Abend mit Australiern, Brasilianern, Kanadiern, zwei Gitarren und einer kleiner Jam-Session.