Sonntag, 27. Dezember 2009

29. & 30. & 31. Tag / 24. & 25. & 26.12.2009

Die Weihnachtszeit ist um! All der Stress und die Anspannung die sich aufgebaut hat bis zum Heiligabend ist in nur eine paar Stunden vorbei gewesen. Und wenn man es so betrachtet ist es gar nicht so schlimm gewesen, wie ich erwartet hab. Natürlich geht einem die Familie ab, aber dafür hat man ja hier wiederrum Freund, die einem die Zeit versüßen.

Was macht man also so die Weihnachtsfeiertage über hier in Vancouver? Ich habe mich mit ein paar Deutschen zusammengetan, um den Heiligen Abend mit ihnen zu verbringen. War ganz lustig. Das Essen, wir haben versucht die Küche auch dem entsprechend deutsch zu halten, war sehr gut. Erst Lachs in Blätterteig, danach Rinder mit Kräuter in gerollter Form (man könnte Roulade sagen, aber das trifft es nicht) dazu gefüllte Pilze, Polenta und Bohnen im Speckmantel. Als Desert gabs dann flambierte Ananas mit Vanilleeis. 

Beim Flambieren ist gleich wieder Erinnerungen hochgekommen. Und, hey, ich kanns noch! Wuff, Stichflamme, dann das Wow und dann hmmmm, lecker. So solls sein. 

Und dekadent wie man halt in Vancouver so ist, sind wir dann ungefähr 3 Stunden im Hot-tub gelegen und haben uns aufweichen lassen. Das ist echt fein bei Sternen klarer Nacht, schön vollgefressen im Wasser. Ich hab sehr sehr gut geschlafen.

Der eigentliche Weihnachtstag hier in Kanada, also der 25.12. war sehr gechillt. Hier gibts das klassische Truthahnessen. Und ich kann es euch nur empfehlen. 

Turkey mit Kartoffelpüree. Dazu Ham und Knödel mit Bratensoße. Lecker. Mit von der Partie waren wir bei unserer Gastfamilie plus deren gesamte Verwandtschaft. Der Hammer, Fullhouse. Es wurde überall gegessen. Jeder so seine 2-3 Portionen und danach Desert. 

Anschließend hat die Schwiegermama, die schon ordentlich einen sitzen gehabt hat versucht uns Flirttips zu geben. Ein echt gelungener Abend, vorallem, da die Gastfamilie versucht hat, dass wir uns nie als 5. Rad am Wagen fühlten.

Wenn man es genau nimmt ist es eigentlich jetzt auch schon vorbei mit Weihnachten. Denn hier gibt es einen echt komischen "Brauch". 

Der 26.12. heißt hier Boxing-Day. Das ist hier vogelwild. Die großen Geschäfte und Einkaufcenter haben offen und verkaufen alles zu Schleuderpreisen. Und weils so lustig ist, sind wir gleich in das größte Center in Vancouver gefahren.

Oh mein Gott. Scheiße! Da gings zu. Leute haben in Schlangen vor Geschäften gewartet zund Türsteher kontrollierten z.B. den Einlass bei H&M. Die Welt stand Kopf. Ich hab so was noch nie gesehen. Echt verrückt.

Umso froher war ich als ich aus dem Irrenhaus draussen war und in einem Lokal namens Red Robin meinen Burger essen konnte. Red Robin ist ein Diner wie man ihn aus dem Fernsehen kennt. Frische Burger, Gratis Getränkenachschub, Gratis extra Pommes. So was bräuchte man in Deutschland. Wobei in Deutschland die Mentalität fehlt um so was gewinnbringend um zu setzen.

Langsam geht das Jahr zur neige und ich stell mir die Frage nach guten Vorsetzen. Doch irgendwie komme ich auf keine. Ich denke der Schritt den ich gemacht habe, lässt alle Vorsätze alt aussehen, da ich bereits Grenzen überschritten und Veränderungen erzwungen habe. Aber vielleicht fällt mir ja noch was ein. Nun genug der Philosophie.


Donnerstag, 24. Dezember 2009

29.Tag / 24.12.2009


Ich wünsche allen ein Frohe Fest und gesegnete Weihnachten. Feiert recht schön und lasst euch ordentlich beschenken. 

Ich werde heute mit ein paar Bekannten zusammen feiern. So dass auch hier die traditionell deutsche Weihnacht gefeiert werden kann, kochen wir sogar was deutsches. Doch was genau weiß ich noch nicht. Ich lass mich überraschen. 

28.Tag / 23.12.2009


Die erste Nacht in der neuen Wohnung. So mit eigenem Zimmer, keiner schnarcht, eine richtige Matratze. Ich muss schon sagen, es ist echt fein. Man steht auf, das Frühstück ist schon fertig, die Lunchbox im Kühlschrank und am Abend muss ich mir nur noch mein Abendessen aufwärmen. Ist fast wie daheim. 

Den einzigen Haken den es gibt, ist, dass es halt nicht möglich ist, dass Freunde hier wohnen können. Aber keine Angst, sobald ich meinen Full-Time Job hab, dann sind auch die alle in meiner eigenen Wohnung willkommen und gern gesehen.

Gestern sind wir auf die Tolle Idee gekommen, ins Kino zu gehen. Spätvorstellung. Avatar 3D. So richtig mit Brille. Ich muss sagen es war mal wieder eine klassische Huber-Aktion. Wobei ich nicht mal dran schuld war. Aber wir waren natürlich viel zu spät. die Vorstellung ist schon 20min gelaufen. Jedoch haben wir nur die Werbung verpasst, das was also noch OK. Da es aber keine Platzreservierungen gibt, sitz jeder, wo er will. Sprich, wer zu erst kommt, malt zuerst. Ist natürlich saublöd wenn man zu spät kommt. 

Ich hab dann amüsiert festgestellt, dass die Leinwand breiter ist, als ich es mit es mit meinem Blickfeld und der 3D-Brille erfassen kann. Ich denke der Grund dafür war haptsächlich der das wir in der 1.Reihe gesessen sind. War mal wieder eine geniale Aktion, die wir da gerissen haben. Jedoch war es mit 3D in der 1. Reihe echt so als könnte man das Zeug anfassen im Film. Heut tut mir noch etwas der Nacken weh, da ich den Kopf sehr nach oben schaun musste, um den Film verfolgen zu können.

Das aber noch nicht genug, natürlich haben wir, als das Kino um kurz nach 1:00 aus war, den letzten SkyTrain verpasst und mussten Bus fahren. Doch von dem wussten wir nicht wo er wegfährt bzw. welcher überhaupt fährt und wenn einer fährt, wohin erfährt. 

4 Busse später bin ich dann 2 Stunden später bin ich dann endlich im Bett gelegen. Ein verrückte Welt hier, doch selbst um die Uhrzeit komm man noch heim. Echt fein wenn so eine Stadt nie schläft. Gute Nacht

Dienstag, 22. Dezember 2009

24. & 25. & 26. & 27.Tag / 19. & 20. & 21. & 22.12.2009

Zur Zeit regnets . Zwar nicht immer, aber dafür immer öfter und das recht häufig, dafür ist es auch wenn es nicht regnet, trocken, das jedoch eher selten und das aber echt sehr selten. Ich vermute daher trägt die Stadt den Spitznamen Raincouver.

Witzig! Den Satz hab ich jetzt selbst fast nicht verstanden.

Mittlerweile bin ich schon Dauergast in der Kletterhalle und endlich hab ich genug Kontakte, um die Wände nicht nur klettern zu lassen sondern kann auch endlich mal selbst die Wände erklimmen. Sprich ich kann in meinen Arbeitskollegen zwischen, vor oder nach den Schichten ein paar Routen klettern.

Hier sind die Hallen anders. Es gibt nur Toprope Sektionen und die Routen bestehen aus bunt gemischten Griffen und die sind nur durch farbiges Tape gekennzeichnet. Sprich alles sieht aus wie ein riesiger Boulder und man ist immer auf der Suche nach dem richtigen Griffen. Echt ein Spaß die Sucherei. In Null Komma Nix sind die Arme aufgepumpt. Quasi der Wald vor lauter Bäumen.

Da ich ja mittlerweile ein neue Bleibe habe für die Feiertage, bin ich auch wieder entspannt. Aktuell bin ich bei einer Gastfamilie mit einem Deutschen und einem Brasilianer. Das ganze daher, weil die Eltern von Marc über Weihnachten hier sind und es sonst in der Wohung zu eng wird.

Die Familie ist echt super. Recht multikulti. Ich bin mit einem Deutschen und einem Brasilianer in dieser Einliegerwohnung. Der Gastvater ist Wiener und die Mutter kommt von den Philippinen. Ich krieg meine 3 Mahlzeiten am Tag und ich hab nicht mehr ganz so weit in die Arbeit. Und den sozialen Anschluss an Weihnachten darf man nicht vergessen. So ist es schon fein, denn man spricht gleich mehr Englisch.

Langsam schleicht sich auch der Weihnachtliche Geist ein, wobei es nie so ist wie daheim, aber man kann das beste draus machen.

21. & 22. & 23.Tag / 16. & 17. & 18.12.2009









Seit dem Jobinterview warte ich jeden Tag darauf, dass ich endlich mehr Infos zu dem neuen Job bekomme. Wann es losgeht, wann ich meine tollen Klamotten bekomme und wieviel ich verdiene und und und...

Doch leider ist es hier nicht anders als irgendwo anders. Die Weihnachtszeit verlangsamt auch hier alles. Ich hoffe es klappt noch dieses Jahr. Wie sich das wieder anhört. Haha im der gleiche blöde Scherz vor Silvester. 

...erst im nächsten Jahr... haha!

Mittlerweile bin ich fast jeden zweiten Tag in der Kletterhalle und versuch dadurch nicht nur Geld zu verdienen, sondern auch Stunden aufzubauen. Je mehr Stunden ich hab desto mehr Geld krieg ich. Nach 30 Stunden bekomme ich dann eine Gehaltserhöhung. Natürlich lerne ich da jede Menge nette und lustige Leute kennen und mittlerweile bin ich mit meinem Englisch recht gut unterwegs. Ab und zu überkommts mich bei Klettern halt, wenn ich beim Klettern eine kleines Kind anfeuere und schrei "Geht schoooo!" sicherheitshalber schrei ich danach gleich "let goooo!" Damit es keiner merkt :-)

Ich such mir halt immer was zu tun, sonst einem hier die Decke auf den Kopf.

Da ich immer öfter nach Bildern gefragt werde, nehme ich jetzt die Digi-cam immer mit. Aber hey, was soll ich denn den ganzen Tag fotografieren. Die Wohnung ok, aber da müsste erstmal aufgeräumt werden. Aber keine Sorge, kommt noch. Die Umgebung wo ich wohne. Ja tolle Idee, aber entweder ist es neblig oder es regnet. 

Also geduldet euch, ich hab noch ein paar Tage Zeit. Bin ja noch a bisserl da.


Dienstag, 15. Dezember 2009

19. & 20.Tag / 14. & 15.12.2009

Im Zeichen der Arbeit hat das Wochenende gestanden und auch so ging die Woche los, denn ich hatte die Gelegenheit auf einer Baustelle zu arbeiten.

Gut, warum nicht. Hubers sind ja bekannt dafür, dass sie handwerklich nicht auf den Kopf gefallen sind. Vielleicht tut sich der ein oder andere Huber bei was schwerer, aber geht nicht, gibts nicht. (Gell, Papa, wenn nicht du, dann schaffst dus halt mir an) Um natürlich fachgerecht gekleidet zu sein, bedarf es einer Jeans, einem Holzfällerhemd und den Stahlkappenschuhen. Also auf zum 24h Wal Mart, denn der hat alles. Ich hab echt gut ausgeschaut, muss ich schon sagen.

Na dann auf am nächsten Morgen, um um sieben Uhr zur Arbeit anzutreten. Da ich aber am nächsten Tag aber mein Vorstellungsgespräch bei VANOC hatte, musste ich gleich klarstellen, dass ich da nicht arbeiten konnte. Kevin, der Chef, ein sehr netter und ehrlicher Kerl wie mir scheint, meinte dann, dass das nicht gehe. Nagut, dann war ich bereits um fünf nach sieben wieder auf dem nach Hause weg. Natürlich ganz vorsichtig, damit ich die Schuhe nicht unnötig dreckig mache, denn die will ich ja wieder beim Walmart zurückgeben. Die Jeans und das Hemd find ich toll und behalt ich mir. 

Umtauschen war einfach wie alles hier in Kanada. Leider hab ich Laufe des Tages gemerkt, dass ich immer müder wurde und am Abend hatte mich dann die Erkältung erwischt. Ich war echt froh nicht den Tag auf'm Bau verbringen zu müssen. Jetzt stand nur noch der Fokus auf den Morgigen Termin beim Vorstellungsgespräch.

Und das muss ich sage lief ziemlich easy ab. Ich war mit insgesamt 20 anderen da und es war recht schnell vorbei. Wenn ich die Dame richtig verstanden habe, waren wir die engere Auswahl, die dann arbeiten darf, aber alles weitere kommt, dann per Mail.

8 Unterschrift, 1 Test und 2 Powerpoints später war ich auch schon wieder fertig. Das Ganze hat eine knappe Stunde gedauert. Ziemlich unspektakulär.

Neben der Tollen Sache, dass ich dafür bezahlt werde, wieviel weiß ich leider nicht, find ich es auch praktisch, dass ich die Uniform (Jacken, Shirts, Pullover, Hosen) behalten darf und während der Zeit in der ich arbeite umsonst mit dem öffentlichen Verkehrmitteln fahren darf.


17. & 18.Tag / 12. & 13.12.2009

Ein Wochenende ganz nach meinem Geschmack. Am Freitag wie erwartet weggegangen in das altbekannte Irishpub, denn da ist es ja bekanntlich am schönsten. Und witzigerweise lernt man grad dort immer die lustigsten Leute kennen.

z.B. einen Fireinspector aus Edmonton, der seinen Flug nicht aus technischen Mängeln am Flugzeug nicht wahrnehmen konnte und daher einfach mal 2 Tage dranhängt bis zu seinem Rückflug und Party in Vancouver macht. 

Oder eine Frauen Fussballmannschaft aus Delta, die obwohl sie tabellenletzte sind immer gut feiern können. Und wenn wundert es auch auf Christiano Ronaldo und Real Madrid stehen. Frauen halt! Was soll man dazu sagen.

Als es dann an der Zeit war nach Hause zu fahren, kamen wir auf die glorreiche Idee den Bus zu nehmen zu dem man laufen müsste, da er sonst abfährt. Tja abgefahren ist er dann auch, aber ohne uns, da half der ganz Sprint durch Downtown nichts mehr, denn wir durften dann trotzdem 30 Minuten warten. Hmm, Dank Frischluftwatschen und dem Sprint durch die Stadt war das Warten recht lustig.

Mein Wochenende war ja quasi mein erster großer Arbeitseinsatz. Ich hatte das Vergnügen, nachdem ich am Donnerstag ja meinen ersten Klettertag hatte, weitere 4 Schichten zu machen. Und ganz ehrlich es macht richtig Spaß. 

Ein Außenstehender würde meinen, dass das sichern von Kindern nach 4 Stunden am Seil rumziehen nicht sehr erfüllend sein kann, doch das ist es. Man motiviert, man feuert an, man unterstützt, man erklärt und man lacht. 

Es sind meist absolute Kletteranfänger, die in meine Obhut übergeben werden. Sei es ein Gruppe von 4 Japanerinnen, eine Geburtstagsgruppe mit 10 Leuten oder 2 Chinesen die einfach nur neugierig sind. Alles im Dienst der Vertikalen.

So ging das Wochenende auch unglaublich schnell vorbei und da ich mit jeder Schicht neue Kollegen kennenlerne, hatte ich auch endlich die Möglichkeit meinen Vorstiegstest zu machen und hab einen Kletterpartner gefunden. Langsam gehts los. Auch wenn nach einem Monat Pause alles etwas schwerfällig geht. Vielleicht liegts auch nur an 4 Stunden Toprope Sichern, so dass ich meine Finger schon fast nicht mehr abwinkeln konnte.

Zu meinen Kollegen kann ich nur folgendes anmerken. Neuseeland, USA, Kanada, Australien. Alles bunt gemischt und super nett.