Mittwoch, 26. Mai 2010

1. Tag des Kayaktrips


10 Leute. 3 Deutsche, 2 Schwedinnen, 1 Australier, 1 US-Amerikanerin, 3 Kanadierinnen. Sozusagen die Vereinten Nationen im Kayaken.

Treffpunkt war an einer Bushaltestelle in Downtown Vancouver, von der es aus mit dem Expressbus in Richtung Port Moody ging.

Verabredet waren wir alle so gegen 9Uhr und nach und nach trödelten alle ein. Es war für alle ein interessantes Bild 10 Leute zu sehen die mit Sack und Pack auf einen Bus warteten.

Im Bus konnten wir uns schon mal ausgiebig unterhalten, über das was sich jeder erhofft, jeder erleben möchte und über das was er dabei oder auch vergessen hat.

Die Schweden waren die lässigsten. Mit einem kleinen Rucksack und ein paar Plastiktaschen saßen sie im Bus und waren guter Laune. Joss und ich, wir beide hatten rießige Taschen dabei und konnten nicht glauben, dass das alles war was die 2 für das lange Wochenende brauchten.

Schon ging das zweifeln los und wir checkten die Bestände. Zelt, JA! Essen, JA! Schalfsack, JA! Isomatte, JA?! NEIN!!! Die eine Schwedin hat ihre Matte im Bus liegen lassen und musste nun ohne auskommen. Zuerst geschockt, nahm sie es dann ganz locker.

Rocky Point Kayak Center. Klingt gewaltig und toll, ist aber letzten Endes nur ein größerer Kontainer mit einem Büro und einem Lager für die Kayaks, ziemlich unspektakulär.

Nach all dem Papierkram und dem zahlen, war es nun an der Zeit die Kayaks zu beladen. Die Einteilung war im groben klar. Nun hieß es nicht nur alles ins Boot zu bekommen, sondern auch das Gewicht gut zu verteilen und zu schaun, dass alles in die Trockensäcke passt. Gar nicht so einfach, denn wir hatten Essen für zwei Tage, 3 Kocher, 6 Zelte, Isomatten, Schalfsäcke, Klamotten, 50l frisch Wasser und weiß Gott noch alles dabei. 

Der Kerl vom Verleih meinte schon, wir könnten Sachen da lassen, doch alles hat letzten Endes ins Kayak gepasst. Einziger Haken an der Sache, die 50kg schweren Kayaks hatten nun bis zu ca. 150kg, was das zu Wasser lassen und das zum Wasser tragen, zu einer echten Herausfoderung machte.

Doch genug der Vorbereitungen, jeder war scharf endlich loszulegen. Also die Schwimmveste angelegt, den Spray-skirt übergezogen und mit den Flipflops ins kalte Nass und das Kayak bestiegen. 

Es dauerte eine Weile bis jeder im Kayak war und jeder sich damit zurechtgefunden hat. 6 Meter lang, ein Padel und 2 Pedale bei dem Füßen fürs Ruder. Für manch eine war das zuviel.

Laut Route, lag eine ca. 6 Stunden lange Etappe vor uns, denn wir wollten einen großen Teil heute erledigen, damit morgen mehr vom Tag übrig bleibt.

Somit ging es auch los! Die ersten Meter waren zum Eingewöhnen. Wobei ich mich schnell an das Padeln gewohnt hatte. Einzig das Ruder war etwas eigenartig. 

Drückt man auf das rechte Pedal gehts nach rechts. Drückt man auf das linke, gehts nach links. Ja klar denkt sich jetzt jeder. So doof kann man ja gar nicht sein. Hahaha. Danke, nein, es ist jedoch so, dass wenn du rechts drückst das linke dir entgegenkommt, wie bei einem Fahrradlenker. Doch bei einem Fahrrad ist es anders rum. Rechte Hand nach vorn. Linkskurve! Man Padelt auch mit Rechts, wenns nach links gehen soll. Nun aber genug verwirrendes Links Rechts. Ich hatte es nach einer Stunde so heraus, dass meine Füße unabhängig vom Rest wusste was zu tun war wenn ich links oder rechts wollte.

Manch einer in der Gruppe, hat dabei deutlich länger gebraucht. Vorallem, wenn er erst nach einer Stunde kapiert hat, dass das ruder noch nicht mal ausgefahren war und er umsonst gelenkt hat wie ein Irrer.

Die Gruppe bestand aus insgesamt 6 Booten. 2 Einzel, 4 Doppel, oder 4 Schnellen und 2 sehr langsamen. Das machte sich gleich zu Beginn bemerkbar und drückt nicht nur aufs Tempo, sondern auch auf die Stimmung, weil wir nicht vom Fleck kamen.

Und das vom Fleck kommen war gerade zu Beginn, als wir starken Wellen, Wind und Booten ausgesetzt waren immens wichtig, denn je länger man da dringhängt, desto schneller, gehen die Akkus zur Neige. 

Schlußendlich teilte sich die Gruppe etwas. Die schnellen zogen voraus und warteten immer wieder mal auf die langsamen. Gegen 12 Uhr sind wir gestartet und hatten vor gegen 6-7Uhr abends das Lager zu erreichen. Doch gegen 5 Uhr hatten wir nicht mal ganz die Hälfte geschafft.

Um dem vorzugreifen wollten wir auf einer der Inseln übernachten, die nicht weit weg waren, da wir nicht sicher waren ob wir es noch vor Einbruch der Dunkelheit schafften. Jedoch war kein Platz zum Campen und die Ebbe machte es zusehens schwieriger zu landen. 

Somit hieß es für die anderen in den sauren Apfel beißen und ein letztes Aufbäumen, um die letzten Kilometer noch vor Anbruch der Dunkelheit zu paddeln.

Das ewige Warten hatte mittlerweile leichten Frust und Ärger verursacht, bei denen die es leicht hätten schaffen können, plus Hunger und Müdigkeit leistete ihren Beitrag zur Gesamtsituation.

Als dann auch noch die zwei langsamsten Boot auf die Idee kamen einen Abstecher zu riskieren, um eine Übernachtungsmöglichkeit auszukundschaften, war es dann völlig vorbei. Denn das warf den Zeitplan um eine halbe Stunde nach hinten. Nach einem Anruf, wo sie denn bleiben, hieß es nur, sie würden kurz am Strand chillen und gleich nachkommen.

Mir und den anderen war das Warten dann zu blöd, woraufhin wir unsere Kräfte sammelten und die 2 Hälfte in knappen 2 Stunden paddelten und das Lager gegen acht Uhr erreichten. 

Nur so als Anmerkung: 1. Hälfte mit allen Kayaks (langsam+schnell) 5 Stunden. 2. Hälfte nur die schnellen Kayaks 2 Stunden.

Endlich im Lager angekommen, war ich heil froh nach 8 Stunden im Kayak, natürlich mit Pausen, im Lager zu sein und mir die Beine zu vertreten. 

Leider dämmerte es schon, weshalb wir schnell begannen das Lager aufzubauen, die Kayaks zu verzurren und die Kocher startklar zu bringe. 

Von den zwei Nachzüglern, war bis ca. 1 Std. nach Ankunft keine Spur. Dann tauchten sie endlich auf. Und wir halfen alle zusammen, alles fertig zumachen.

Da es schon dunkel war, waren alle Tätigkeiten von den Stirnlampen begleitet worden. Wie Glühwürmchen die einem folgen wurde jede Bewegung im Schein der LED-Lampen erledigt. Das Camp-Feeling war perfekt, als dann noch die zwei Benzinkocher ihren Dienst begannen und das Fauchen der Flammen zu hören war.

Nach und nach machte sich jeder sein Abendessen warm, Nudeln mit Soße, Reiß, Suppe, jeder hatte was anderes dabei. Bier zum Essen sollte natürlich nicht fehlen und zum Schluss, noch einen heißen Tee um die Kälte die einem noch in den Knochen steckte zu vertreiben.

Im Schein der beiden Fackeln wurde der Tag noch einmal im Revue passiert.

Der Beginn und der Kampf gegen die Natur, mit dem Wind und den Wellen. Vorbei an Buchten mit den Robben und den Luxusvillen. Zwischen den Inseln hindurch entlang den Steilküsten und den Felsen. Über Sandbänke und durch Untiefen, bei denen sogar, das Ruder eingefahren eingefahren werden musste.

Die Ewigkeiten die wir in der Mitte des Indian Arms mit paddeln verbracht haben ohne Relation für Geschwindigkeit oder Entfernung. Und mit dem Ziel in Sichtweite und doch noch mehrere Stunden entfernt.

Der Abend am Strand im Fackellicht ging schnell zu Ende, denn jeder war müde und als es langsam zum tröpfeln begann, waren alle schnell im Zelt verschwunden und freuten sich auf eine Nacht im Schalfsack und Isomatte. Naja die Meisten freuten sich zu mindest auf einen Schalfsack. Isomatten hatte ja nicht jeder ;-P

Vorwort zum Kayaktrip

Die Planung war ja schon recht verwirrend und konfus und ich wünschte mir manchmal die Organisation der guten alten Klettertrips, wo jeder wusste was gekocht wird und wer mitkommt und dass auch jeder sein Zeug hat.

Um dem ganzen hier organisatorisch vorzugreifen und es uns auch so einfach wie möglich zu machen, entschieden wir uns dazu, dass jeder selbst verantwortlich ist für sein Kayak und sein Essen. Und das war eine hevorragende Entscheidung.

Klar hatte jeder zuviel Essen dabei, aber lieber so als anders rum. Und falls einer sich spontan entscheidet nicht mitzukommen, so musste derjenige die Stornogebühr selbst zahlen. 

Dadurch hatten wir nur noch die Sorgen des Wetters und das Leid des Packens. Doch auch das wird vergessen sein, sobald man mit dem Paddel in der Hand Richtung Norden aufbricht.

Die Route war angesetzt von Port Moody durch das Burrad Inlet in den Indian Arm. Dort nach Norden in Richtung Granit Falls und 2 Nächte im Indian Arm, bevor es am Montag wieder zurückgeht.



Montag, 17. Mai 2010

Kayak ahoi!

Ein neuer Plan ist in der Gedankenschmiede und wird soeben fertiggestellt.

Da man in Kanada eine schier unendlich Auswahl an Freizeitaktiviäten hat und das lange Mai-Wochenende mit Pfingsten vor der Tür steht, haben sich Joss und ich uns überlegt was wir anstellen sollten. 

Klettern!? Ja! Aber wo? Squamish, Skaha, Vancouver Island? Jedoch haben wir nur etwas eingeschränktes Equipment. Sprich 2 Seile und 17 Exen für 8 Leute ist nicht gerade das was ich mir unter einem Kletterurlaub vorstelle. Die Idee wurde jedoch nur auf Eis gelegt. Denn Skaha steht noch imme ganz oben auf meiner Liste.

Gut was könnten wir sonst noch machen. Whistler Mountainbiken! Wäre ich persönlich stark dafür. Doch die Gruppe mit der wir unterwegs sind, sind noch nie auf einem Freerider gesessen. Schlechte Idee! Aber auch die Idee ist nur vorübergehend kaltgestellt. Denn ich weß wie genial der Park dort ist.

Gut was könnten wir noch machen. Irgendwas sportlich aktives wäre fein?!

Kayak! Paddeln? Klingt nach einem nicht so bombigen Plan. Doch wer Deutschland und Kajaken kennt, denkt jetzt schnell an Flüße und Seen auf denen man rumpaddelt.

Hier ist das anders. Man mietet sich ein Kajak at Rocky Point und bahnt sich dann seinen Weg in Richtung Indian Arm. Zuvor quert man das Burrad Inlet und nach ca. einem Tag im Kajak erreicht man dann Granit Falls am nördlichen Ende des Indian Arms. Wer will kann noch einen Lunch-Break auf der südlichen Insel der Twin Islands machen.

So weit der Plan. Wir sind ca. 8-10 Leute verteilt auf Single und Doublekajaks. Und kommenden Samstag Morgen gehts los.

Das abenteuerliche an der Sache ist, dass Indian Arm eine Reservat ist, in dem es keine Straßen gibt oder dergleichen, nur Natur und Wildniss. Der Campground Granit Falls hat nichts ausser ein paar Plumbsklos und einen Bach für Frischwasser.

Alles was wir benötigen wird in den Kajaks verstaut und mit eigener Kraft nördlich von Vancouver gepaddelt. Zelt, Schlafsack, Kocher, Essen und was man halt sonst noch so braucht. 

Aktuell stelle ich eine Liste an Dingen zusammen die wir wohl benötigen. Es ist leichter einen Kletterurlaub zu planen, denn da weiß ich was ich brauch und wenn man was vergisst, dann hat jemand anderes es dabei oder man kauft es noch schnell. Aber hier heißt vergessen, dass man einen Tag hin und einen weiteren Tag wieder zurück muss. Also bloß nichts vergessen.

Mit Fotos müsst Ihr euch noch gedulden. ich hoffe ja, dass das wetter mitspielt.

Samstag, 15. Mai 2010

Entscheidungen

Ein neuer Job muss her. Die Kletterhalle ist aktuell meine einzige Einnahmequelle und Stunden mäßig sieht das eher so lala aus. Sprich ich verdiene zwar, aber auf Grund der wenigen Stunden die ich generiere ist das mehr schlecht als recht.

Wenn ich also nicht bald was ändere dann wird das Geld knapp und ich muss zurück nach good old Germany. Was dem ein oder anderen bestimmt recht wäre, wenn ich wieder daheim bin. Doch ich bin noch nicht bereit heim zu gehen.

Lösung dieses Problems. Ein zweiter Job. Glücklicherweise hatte ich Beziehungen zu einem Restaurant in Downtown. So ein besseres Restaurant wo man bestimmt gut verdient.

Ich hab also auf Anraten eines Freundes meine Bewerbung hingeschickt, worauf hin ich dann erstmal 3 Wochen lang nichts gehört hab und das ganze schon fast wieder vergessen hab. Doch als ich dann endlich was gehört hab, kam es zum Bewerbungsgespräch.

Gut um ehrlich zu sein, nicht ganz, denn ich bin eine Stunde an der Bar gesessen und hab darauf gewartet, dass dieser Mensch auftaucht. Nach einer Stunde war es mir dann zu dumm, so dass ich mich entschuldigen ließ, da ich zum Training musste.

Kaum daheim hatte ich auch schon die Entschuldigungsmail im Postfach, so dass ich nach neuer Terminabsprache endlich zum Bewerbungsgespräch gegangen bin. Zwar mit einer weiteren Woche Verspätung, aber immerhin.

Alles sieht gut aus und ich wurde auch gleich zum Orientierungsmeeting eingeladen. 

Das Meeting war viel Blabla und ne Hausführung. Von Minute zu Minute wurde ich unruhiger und unsicherer. Wollt ich das wirklich? Soll ich echt wieder den Kellner spielen. 

Nach zwei Stunden Orientierung war ich echt verwirrt ich wusst nicht wo mir der Kopf stand. Soll ich oder soll ich nicht. Ist es das wert? Fragen über Fragen.

Auf meinem Heimweg bin ich direkt in die Kletterhalle gefahren, um mich für neue Schichten einzuschreiben und hatte Glück das sowohl Eric, der GM, als auch Colin, der Eigentümer da waren. Ich hab Ihnen reinen Wein eingeschenkt und meine Situation erklärt und auch meine Ratlosigkeit offen angesprochen. 

Die Unterhaltung mit den beiden hatte zur Folge, dass mir meine Entscheidung abgenommen wurde und ich wusste was ich zu tun hatte. Ich hab gekündigt. Nein nicht in der Kletterhalle. Im Restaurant. Ums genau zu nehmen hab ich noch nicht mal angefangen. Doch ich fühlte mich um einiges besser.

Eric bot mir Fortbildungen an und so manchen Hausmeisterjob, was bisher eher eine Art Schreinerjob war.

Ich hab bisher so gut wie jede Fortbildung gemacht. Top-Rope und Lead Trainer nach kanadischen Standard, Floor Supervisor und Junior Coach Training. 

Das gute ist, dass sich Eric über meine Situation im klaren ist und mich unterstützt. Und das ist ein gute Gefühl. Kanada ich bleibe dir noch etwas erhalten!!!


Mittwoch, 28. April 2010

Demo Rides


Also es war nicht meine Idee. Die Idee hatte Brain, ein Arbeitskollege von mir. Brain, 35 Jahre alt, Kletter- und Tanzlehrer und macht immer auf besonders hart, a la Mad Max, wenn er mit seinem Chopper, Marke Honda Shadow, die Straße hintertuckert.

Eigentlich ist er kein so harter Kerl. Aber egal. Die Idee war gut und gefiel mir.

Harley Davidson bietet allen Interessierten die Möglichkeit, die gesammte Modellpalette der 2010 Motorräder zu testen. Und das ganze kostenlos.

Ich musst also nur noch klären ob der Schein den ich für Motorräder hab auch hier gültig ist. Und dank des Internationalen Führerscheins ist es auch mir gestattet hier drüben die großen Maschinen zu fahren.

Haha, welch Spaß, von 125 ccm auf bis zu 1800 ccm.

Losgehen sollte es um 9:00h, daher haben wir und schon um 7:30h zum Frühstück getroffen. Wir waren trotzdem immer noch viel zu früh dran. Was auch nichts gemacht hat, denn wir hatten Zeit uns in aller Ruhe die Motorräder anzuschaun.

Geplant war mindestens eine Fahrt.

Nach dem Anmelde Procedere ging es mit dem Blabla der Veranstalter weiter. Bitte tut dies nicht, macht jenes nicht, vermeides dieses und jenes und so weiter.

Zur Auswahl stand eine ganze Palette an Bikes. Von den riesigen Tourenbikes a la Gold Wing bis hin zu kleinen Sportstern. Gut klein ist relativ, denn die Motorisierung war mindestens 1200ccm und das ist schon eine Menge Holz. 

Dann gings auch los mit der ersten Fahrt. 9 Fahrten waren angesetzt. 5 habe ich hautnah am eigenen Leib und mit einer Harley unterm Arsch selbst miterlebt. 

Pro Fahrt waren es ca. 20-30 min und 30 km. Highway, Stadt und Zubringer. Welch ein Spaß. Vom rollenden Sofa über die Klassiker bis hin zur Sportster konnte ich mir einen Eindruck über die aktuelle Harley Palette machen.

Nach perfekten 5 Fahrten und einem Burger später war der Spaß auch schon wieder vorbei.

Doch Brian hatte schon den nächsten Trumpf im Ärmel. Der nächste Demo Ride in 2 Wochen.

Diesmal Victory. Eine recht Junge Marke die ähnliche Bikes produziert wie Harley.

Der Händler selbst ist in der Mitte von Nirgendwo, so dass ich erstmal auf Kevin, meine Mitfahrgelegenheit, warten musste. Doch das Warten hatte sich gelohnt.

Die Auswahl der Bikes war etwas beschränkter, doch dafür um so gewaltiger. Mehr Sound, mehr Hubraum, mehr PS. Doch gerade der Sound hat es mir am meisten angetan. Auch die Testfahrt war bei weitem nicht so streng und engstirnig wie bei Harley. Und obwohl ich nur 2 Bikes fahren konnte, hat das bei weitem mehr Spaß gemacht als bei Harley. Leider hat der Kerl der die Anmeldungen angenommen hat etwas rumgesponnen und hat einem die Laune verdorben, sonst wäre der Tag der Wahnsinn gewesen.

Es war echt mal wieder ein Genuß Motorrad zu fahren. Auch wenn ich nur einen Roller hab, so geht mir das schon ab. Ride on!

Klettern

Für all die, die sich jetzt weniger mit Klettern beschäftigen sei gesagt es wird gleich langweilig, denn es folgen nur Fachaudrücke und Gefachsimple. In diesem Sinne können alle nicht Kletterbegeisterten den nächsten Artikel lesen

Dank 8 Versuchen in 2 Tagen eine 5.11d durchzusteigen, haben sich bei mir beide Hände entzündet und ich konnte grad noch so einigermaßen sichern, von klettern keine Spur. Und selbst die neuen 2 Paar Kletterschuhe, die ich mittlerweile hab mussten warten.

An dieser Stelle sei gesagt. Evolv ist ein spitzen Schuh. Konnte mittlerweile sowohl den Defy und den Pontas Lace testen.

Klettern wird bei mir mittlerweile wieder groß geschrieben. Nachdem ich fast einen Monat mit Sehnen- und Bänderproblemen pausiert hab, bin ich wieder in der Wand. Noch lass ich es langsam angehen, doch die erste 5.12a wird hoffentlich bald geknackt. 

Dank Tips von Kollegen und meiner Schwester, hab ich mich schneller erholt als gedacht. Doch möchte ich dieses "Geschenk" nicht ausnutzen.

Bis ich wieder stark bin, muss ich natürlich noch üben. Und wo kann man besser üben als in Squamish. Dem Klettermekka Kanadas. 

Letzten Freitag war es dann so weit. Mein erster Klettertag im Freien am richtigen Fels. Feinster Granit versteht sich. 

Haken an der ganzen Sache, es gab keine Haken. Klingt jetzt komisch gell. Nein ernsthaft. Es war der Tag an dem ich meine erst Trad-Route geklettert bin.

Sprich 20m mit Klemmkeilen und Friends. Sonst war nichts in der Wand.


Das war mit Abstand das verrückteste was ich je gemacht hab. Auch wenn es Spaß macht ist es gleichzeitig frustrierend. Denn 1. ist das Equipment mit fast 1000-1500€ ziemlich teuer und 2. selbst wenn du ein sehr starker Kletterer bist, wenn die Sicherungen selbstsetzen musst, bist du um längen schlechter und brauchst einige Zeit bist du dort bist wo du sportkletterst.

Man kann sich das so vorstellen. Man läuft mit dem Kletterführer durch die Gegend und sucht den entsprechenden Riss (Squamish ist Riss-Klettern vom feinsten).

Nicht wie daheim, Haken zählen oder Namen am Wandfuss lesen, nein hier werden Risse gezählt.

Hat man den Riss/Crack gefunden, wird das Trad Rack sortiert. Das Trad-Rack ist  bis zu 1500€ teures Klettermaterial. Klemmkeile, Friends, Schlingen, Carabiner, Expressen und was man halt sonst noch braucht. In Summe hat man dann ca 10kg an Extragewicht am Gurt hängen. 

An diesem Punkt möcht ich nochmal die Banalität der Diskussion aufgreifen, die sich mit den Vor- und Nachteilen der Drahtschnapper-Karabiner beschäftigt. Leider konnte ich die 17g Gewichtsersparnis bei Drahtschnappern pro Karabiner nicht mehr erfühlen. Sprich=was für eine sinnlose Diskussion.

Gut, zurück an die Wand. Ich hatte auf alle Fälle zwei Sets Klemmkeile, das mittlere Set der Friends mit 12 Friends, 10 Expressen, 4 Schraubkarabiner, 3 Bandschlingen, das Nut-Tool, zum Lösen der Klemmkeile, mein Chalkbag und mein Sicherungsgerät am Gurt. Ich war noch nie so schwer in eine Wand gestartet und vorallem nicht in einen Riss.

Riss-Klettern ist ja so ne Sache. Persönlich find ich es ja ganz nett. Mit dem Nachteil, dass einem die Finger bluten, die Handrücken zerkratzt sind, die Sprunggelenke schmerzen und die Wadl und Zehen brennen. 

Unter diesen Umständen auch noch selbst die Sicherungen setzen hat schon einen gewissen Hang zur Selbstverstümmelung.

Das Adrenalin ist natürlich deutlich höher. Man startet in den Riss und wenn man glaubt man ist in einer gewissen Höhe, die gut erschein, setzt man die erste Sicherung. Leider gibt es keine Gebrauchsanweisung dafür welche Größe passt. Sprich du hängst an einer Hand. Der eine Fuß im Riss verkeilt, der ander Fuß stützt seitlich zur Balance. Während die freie Hand die richtige Größe des Friends sucht, die irgendwo links oder rechts an den Materialschlaufen hängt. Mal zu groß, mal zu klein, Mal Klemmkeil mal Friend. Wenn man den richtigen gefunden hat, versucht man das Teil so gut wie möglich im Riss zu platzieren. Mal klappts auf Anhieb mal nicht, dann wird der Friend gedreht und verrutscht.

Passt dann alles und man glaubt es ist gut so, wird mal kräftig drangezogen, in der Hoffnung das nichts passiert. Kommt dir deine Sicherung entgegen, geht alles von vorne los. Passt dann alles, wird der Karabiner drangeklippt und das Seil in den Karabiner. Das kann bis zu einigen Minuten dauern. Echt spitze wenn du in deiner Aufwärmroute bist.

Perfekt die ersten 2 Meter hab ich schon! Mir zittern die Beine und meine Unterarme sind gepumpt. Sprich bei 20m hab ich ca. 6-8 dieser Sicherungen zu setzen. Eine heiden Arbeit.

Das beste ist dann wenn man oben am Anker ankommt und sein Werk sieht und man weiß, dass es funktioniert hat. Man ist dann echt stolz

Nachteil dieser Riss-Kletterei mit der Selbstsicherung ist, man kann nicht ansatzweise so hart klettern wie man möchte. Bei mir war bei 5.9 Schluss. Vielleicht ging mehr, ich wollte es aber nicht testen, denn es hatte bereits angefangen zu regnen. Und immer wenn ich im Vorstieg war, stärker als wie wenn ich nicht geklettert bin. Das war mir Zeichen genug.

Wir haben also unser Zeug gepackt, alles sortiert und haben uns an den Abstieg gemacht, wo wir auch prompt vom richtigen Regenschauer erwischt wurden. 

Getrocknet sind wir dann in einem Brauhaus in Squamish mit einem Pitcher Bier und Burger. Ein Heldenhafter Ausklang für einen heldenhaften Tag.



Montag, 26. April 2010

Die Freizeitlichen Aktivitäten

Tja was macht man so wenn man mal nicht arbeiten muss. 

Schlafen, essen, fernsehen oder klettern. Klingt eher nach langweilig als nach spannend. 

Daher dachte ich mir ändere ich daran etwas und unternehme was.

Konzerte gibt es hier ja ohne Ende. Das letzte Konzert auf dem ich war, war von Miike Snow (ja mit zwei "i") und das war echt nicht schlecht.

Das Konzert war im Commodore Ballroom auf der Granville Street. Dieser Ballroom war mit Abstand die genialste Lokation in der ich je mit einem Konzert war. 3 Open Bars, man kann essen, man trinkt aus Gläsern und Flaschen und nicht aus Plastik. Es hatte einfach Stil und war angenehm du konntest erhöht sitzen oder auf der Tanzfläche abspacken. 

Das nächste Konzert dort ist auch schon geplant. Gleiche Lokation doch diesmal John Butler Trio. Was soll ich noch mehr sagen. 

Die Konzert Saison hat hier so langsam begonnen und ich hab Blut geleckt. Soll heißen, dass ich es nicht bei einem Konzert belasse.

Danke hier an Daniel, der mich auf Xavier Rudd aufmerksam gemacht hat. Xavier gehört seit dem zu meiner Musiksammlung und mit Anfang Juni kann ich auch stolz behaupten ich war auf einem seiner Konzert. Feine Sache bei dem Konzert. Open Air im Stanley Park. Ich hoffe das Wetter spielt mit. Aber selbst wenn nicht Xavier wird schon die richtigen Vibes verbreiten

Tja was mach ich sonst noch so in meiner Freizeit. Kino gehen. Tolle Sache hier.

Denn auch wenn viele Filme mittlerweile gleichzeitig anlaufen gibt es doch so manchen Film den ich mit bis zu 3 Monaten Vorsprung anschaun kann.

Also falls ihr euch über einen Film nicht sicherseit, ob er sehenswert ist, fragt nach, vielleicht hab ich ihn schon gesehen.